Das NGÜ-Fest

Das NGÜ-Fest fand am 6. März 2010 in Zürich statt. Nach über 25 Jahren Arbeit war es von größter Bedeutung, den Abschluss dieser Übersetzungsarbeit würdig zu feiern.

 

 

Mit etwa 150 Freunden der NGÜ haben wir uns also am Helvetiaplatz in Zürich versammelt, um die Erinnerungen an Freuden und Sorgen im Lauf dieses Projekts miteinander zu teilen. Auch der Schnee war mit von der Partie und stellte die Stadt vor einige Schwierigkeiten - aber er trug dazu bei, die Glut der Teilnehmer nur noch mehr anzufachen!
Das Treffen wurde von Eric Guignard, dem Präsidenten der Genfer Bibelgesellschaft eingeleitet, während auch Felix Breidenstein, der kaufmännische Direktor der Deutschen Bibelgesellschaft, dem Schneesturm getrotzt hatte und uns mit seiner Anwesenheit beehrte.
Eric Guignard brachte das Publikum zum Lachen, als er der Abkürzung NGÜ die neue Bedeutung „Neue Geburt überstanden" gab, als Hinweis auf die lange und schwierige Geburt dieser neuen Übersetzung der biblischen Texte.

Dann führte uns Peter Graf, der Präsident des NGÜ-Komitees, im Rückblick die Schlüsselerlebnisse vor Augen ab 1976 bis heute. Gottfried Wüthrich, einer der Direktoren der GBG in den 50er Jahren, ließ uns die Anfänge des Projekts nochmals erleben, und Gottfried Maron, Präsident der GBG in den 70er Jahren, unterstrich die nach seiner Ansicht hervorragende Leistung von Andreas Symank, einem der besten Kenner der deutschen Sprache.
Die Verantwortliche für die Übersetzung der Psalmen, Christa Siepmann, illustrierte uns verschiedene literarische Formen im Hebräischen, um uns ein Bild davon zu verschaffen, was die Übersetzung dieser besonderen poetischen Texte mit sich bringt, bevor sie uns den neuen Psalm 91 der NGÜ vorlas. Sie erklärte, dass die Zielsetzung des NGÜ-Teams für die Psalmen darin bestand, die Kraft und Schönheit des hebräischen Textes hervorzuheben.
Dr. Thomas Bearth begleitete dieses Projekt seit seinen Anfängen, Peter Toscan, seit vielen Jahren verantwortlich für die Koordination der NGÜ, und Paul-André Eicher ehemaliger Direktor der GBG bezeugten markante Ereignisse die den Lauf dieses Projekts prägten; sie erinnerten auch an eindrückliche Zeugnisse von Lesern der NGÜ als Hinweis auf die Wirksamkeit und Wertschätzung der Übersetzung.

Andreas Symank war der Diamantschleifer des NGÜ-Juwels; er widmete dieser Übersetzung an die 25 Jahre seines Lebens. Daraus entstand ein Resultat, das alle Prognosen übertraf - am 6. März (nach nur vier Monaten auf dem Markt) waren wir schon an der 3. Auflage! Er erklärte, dass von einem Übersetzer erwartet werde, dass er einen verständlichen, natürlich formulierten Text vorlegt und der die zu übermittelnde Botschaft nicht verändert. Er unterstrich, dass die NGÜ eine so genau wie mögliche, kommunikative und so verständlich wie mögliche Übersetzung sei.

Wolfgang Loy, der während fast 18 Jahren die Übersetzung aus exegetischer Sicht unterstützt hat, war zuerst für das NT aus dem Griechischen und dann für die Psalmen aus dem Hebräischen zuständig und brachte dafür ein Zeugnis der Dankbarkeit. Auch Anja Findeisen, die im Duett mit Christa Siepmann an den Psalmen arbeitet, unterstrich die Art und Weise, wie GOTT für sein Wort verantwortlich blieb, auch wenn es übersetzt wird.
Die Perspektiven für die Zukunft wurden vom aktuellen Direktor der GBG, Jean-Pierre Bezin vorgestellt, vor allem die in Kürze erscheinende „low cost"-Bibel in deutscher Sprache mit dem NT NGÜ und dem AT Gute Nachricht (s. Kasten dazu).

Das festliche Treffen strebte seinem Höhepunkt entgegen mit dem gemeinsamen Lied „Gott ist die Liebe", dem Schlussgebet von Daniel Kohli, der Übergabe einer vorläufigen NGÜ-Psalmen Ausgabe als Überraschung an alle Anwesenden am Ausgang und dem anschließenden gemeinsamen Apéritif!
Viviane André