Die Bibel genau übersetzen - wie macht man das? - Bibellesen ist Vertrauenssache

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Die Bibel genau übersetzen - wie macht man das?
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Übersetzen ist möglich
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Vom Wort zum Satz
Was zwischen den Zeilen steht: explizieren und implizieren
Sachtext oder Fiktivtext
Bibellesen ist Vertrauenssache
Zwei Zitate und zwei Schlussfolgerungen
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Bibellesen ist Vertrauenssache

Noch eine letzte Beobachtung, etwas, was mir eigentlich erst richtig bewusst geworden ist, seit ich selbst mit dem Übersetzen von Bibeltexten beschäftigt bin: Das Benutzen einer Bibelübersetzung ist Vertrauenssache. Eigentlich versteht sich das von selbst. Wenn ein deutscher Leser kein Griechisch oder Hebräisch kann, bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, dass der oder die Übersetzer gute Arbeit geleistet haben. Er muss sich auf die Übersetzung verlassen können. Bibellesen ist Vertrauenssache.

Wie kann der Übersetzer das Vertrauen seiner potentiellen Leser gewinnen? Was kann er tun, um Misstrauen abzubauen? Mindestens drei Dinge gehören m. E. dazu.

Erstens: Sorgfalt. Der Bibelübersetzer muss so sorgfältig wie möglich arbeiten. Theologisch gesagt: Er muss gründliche Exegese betreiben. Sprachwissenschaftlich gesagt: Er muss sich den engeren und weiteren Kontext jedes Wortes, jeder Aussage, jedes biblischen Buches ansehen. Denn nur auf diese Weise wird er den richtigen Sinn, die angemessene Bedeutung der Wörter und Sätze herausfinden.

Zweitens: Transparenz. Der Übersetzer kann versuchen, mit Hilfe von Anmerkungen den Weg aufzuzeigen von einer wörtlichen (aber inhaltlich vielleicht nicht unbedingt zutreffenden) Wiedergabe zu einer freieren, aber sachlich korrekten und sprachlich verständlichen Wiedergabe. Damit schlägt er eine Brücke zwischen den verschiedenen Übersetzungstypen, den wortwörtlichen, den philologisch genauen und den kommunikativen. Und der Benutzer ist dann nicht mehr so verwirrt, wenn er bei ein und demselben Vers auf völlig anderslautende Formulierungen stößt.

Drittens: Gebet. Wenn der Übersetzer in einer persönlichen Beziehung zu Gott lebt und ihn immer wieder um Durchblick und Kreativität bittet, wird - davon bin ich überzeugt - Gottes Heiliger Geist Einfluss auf die Übersetzungstätigkeit nehmen. Damit wird die gründliche wissenschaftliche Arbeit in keiner Weise überflüssig. Im Gegenteil, gerade wenn ich weiß, dass ich es hier mit Gottes eigenen Worten zu tun habe, werde ich mich noch viel mehr bemühen, diesen Worten theologisch und linguistisch gerecht zu werden. Aber es ist gut zu wissen, dass man mit dieser riesigen Verantwortung nicht allein gelassen ist, sondern dass Gott selbst einem zu Hilfe kommt. Wenn wir Interesse daran haben, die Bibel gut zu übersetzen - Gott hat es noch viel mehr.

Auf diese Weise - mit sorgfältiger Exegese, mit Transparenz beim Übersetzungsvorgang und mit Gebet - kann der Bibelübersetzer versuchen, das Vertrauen der Leser zu gewinnen.