„Der Himmel - wie kommt man dorthin?“

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„Der Himmel - wie kommt man dorthin?“
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Johannes 14,2-6

A. Der Weg

Der Himmel - wie kommt man dorthin? Das ist das Thema unserer Predigt. Eine schwierige Frage: Wie kommt man in den Himmel? Wenn Sie mich fragen - ich sage es einmal bewusst provokativ: Woher sollte ich das wissen? Ich bin noch nicht dort gewesen. Wenn ich Sie frage - ich bezweifle nicht, dass Sie zu den Blüten der Gelehrsamkeit zählen, und doch: Woher sollten Sie es wis­sen? Sie sind schließlich auch noch nicht dort gewesen. Eins unserer Kinder las uns kürzlich einen hübschen kleinen Dialog vor. „Sag, warst du schon mal in Ame­rika?“ „Nein.“ „Dann müsstest du eigentlich meinen Bruder kennen.“ „Wieso?“ „Der war eben auch noch nicht in Amerika!“ Wir brauchen lediglich Ame­rika durch Himmel zu ersetzen, dann trifft es genau zu. Auch wenn wir sonst nichts von einan­der wissen - in diesem Punkt kennen wir uns alle, weil wir alle gleich ahnungslos sind; der Klügste hat dem Dümmsten nichts voraus: Keiner kennt den Him­mel. Selbst wenn wir bei einem Astronauten anfragen würden - er könnte uns ebenfalls keine Auskunft geben. Denn es geht ja bei dieser Frage nicht um den sichtbaren Himmel, die Erdatmosphäre, die man heutzutage durch­aus mit Raumschiff und Rakete erreichen kann; es geht um Gottes unsichtbare Welt, die sich nicht in un­ser Raum-und-Zeit-Koordi­natensystem pressen lässt. Wir müssten einen Menschen finden, der bereits im Himmel gewesen ist, einen, der sich dort auskennt und daher auch weiß, wie man hin­kommt. Aber den gibt es natür­lich nicht.

Einer weiß Bescheid

Den gäbe es nicht, wenn nicht Jesus Christus, der Sohn Gottes, Mensch geworden wäre. Von ihm heißt es: „Es ist noch nie jemand in den Himmel hinaufgestiegen; der einzige, der dort war, ist der, der aus dem Himmel herabgekommen ist - der Menschensohn“ (Johannes 3, 13). Und es heißt: „Er, der das Wort ist, wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahr­heit, wie nur er als der einzige Sohn sie besitzt, er, der vom Vater kommt“ (Johannes 1, 14). Und weiter heißt es: „Niemand hat Gott je gesehen. Der einzige Sohn hat ihn uns offenbart, er, der selbst Gott ist und an der Seite des Vaters sitzt“ (Johannes 1, 18). Also: Jesus ist im Himmel zu Hause; das ist seine Welt. Dort hat er seinen Wohnsitz. Dort ist sein Vater. Von dort ist er auf die Erde gekommen; dorthin ist er nach seiner irdischen Le­benszeit zurückgegangen (letzten Donnerstag haben wir das ge­feiert!). Wenn irgendeiner über den Himmel Bescheid weiß, dann er. Er ist der einzige, der nicht übers Jenseits spekulieren muss. Wenn uns irgendeiner sagen kann, wie man in den Himmel kommt, dann er. Und er hat es uns gesagt. Seine Jünger haben ihn einmal direkt danach gefragt (prima Idee; hätte ich an ih­rer Stelle auch gemacht!), und er hat ihnen eine Antwort gege­ben, die ist einfach unglaublich gut. Sie ist so simpel, dass der Jüngste unter uns sie versteht, und so unauslotbar, dass sie noch für den Superschlausten eine Herausforderung darstellt. Das ist wirklich eines die­ser Worte Jesu, von denen mal jemand gesagt hat: Sie sind wie ein Teich, in denen ein kleines Kind waten und ein Elefant schwimmen kann. Wir finden diese Auskunft Jesu in Johannes 14, 6; ich lese nach der Neuen Genfer Übersetzung und lese von Vers 2 an. Jesus sagt dort zu seinen Jüngern:

Johannes 14, 2-6

„Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich dann etwa zu euch gesagt, dass ich dorthin gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Und wenn ich einen Platz für euch vorbereitet habe, werde ich wieder kommen und euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Den Weg, der dorthin führt, wo ich hingehe, kennt ihr ja.“ „Herr, sagte Thomas,wir wissen doch nicht einmal, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg dorthin kennen?“ „Ich bin der Weg, antwortete Jesus,ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich.

Eine unerhörte Auskunft

Hier haben wir alle Elemente unseres Themas: Den Himmel (Jesus nennt ihn „das Haus meines Vaters“); die Frage des Thomas, wie denn der Weg dorthin aussieht, und die Antwort Jesu: „Ich bin der Weg ... Zum Vater kommt man nur durch mich.“ Diese Antwort ist so berühmt geworden, und wir kennen sie alle so in- und auswendig, dass wir uns gar nichts mehr dabei denken. Wir merken gar nicht mehr, wie unerhört das ist, was Jesus hier sagt. „Ich bin der Weg.“ Das kommt zunächst einmal reichlich unerwar­tet. Wenn ich in einer fremden Ortschaft nicht weiter weiß und einen Einheimischen nach dem Weg frage, sagt der doch nicht: Ich bin der Weg. Er sagt z.B.: Immer den Straßenbahnschienen nach, bis rechts die Abzweigung nach Bettingen kommt, dann leicht ansteigend bis zum fünften Quersträßchen, dort wieder rechts, und dann sehen Sie linkerhand auch schon das Gebäude der FETA. Mit an­deren Worten: Er sagt mir, wo's lang geht. Und wenn ich Glück habe, sagt er sogar: Kommen Sie, ich hab Zeit; ich begleite Sie zu Ihrem Ziel. Aber Jesus sagt weder das eine noch das andere. Er sagt nicht: Ich informiere euch über den Weg (obwohl er ja tatsächlich unser Reise-Informationsbüro ist). Er sagt auch nicht: Ich gehe euch auf dem Weg voraus (ob­wohl er ja wirklich unser Reisebegleiter ist). Er sagt: Ich bin der Weg. Klingt ziemlich provozierend, finden Sie nicht auch? Und reich­lich anmaßend! Da pflanzt sich einer vor denen auf, die ihn nach dem Weg fragen, und verkündet: Ich bin der Weg. Was will er denn damit sagen? Was soll das denn heißen?