Gebet – das Kennzeichen eines Christen

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Gebet – das Kennzeichen eines Christen
Das Gebet und der Heilige Geist
Beten heißt: die Beziehung zu Gott pflegen
Die Geschichte des Gebets: Bitten und Danken
Zwei Auswirkungen
Ein Mustergebet als Gebetsmuster: “Abba, Vater!“
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Römer 8, 15

Die Heilung der zehn Aussätzigen und der Dank des Samaritaners

Auf seinem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Kurz vor einem Dorf  kamen ihm zehn Aussätzige entgegen; sie blieben in einigem Abstand stehen und riefen laut: „Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: „Geht und zeigt euch den Priestern! Auf dem Weg dorthin wurden sie gesund.

Einer von ihnen kam zurück, als er sah, dass er geheilt war. Er pries Gott mit lauter Stimme, warf sich vor Jesu Füßen nieder und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samaritaner. Jesus aber sagte: „Sind denn nicht alle zehn gesund geworden? Wo sind die anderen neun? Ist es keinem außer diesem Fremden in den Sinn gekommen, zurückzukehren und Gott die Ehre zu geben? Dann sagte er zu dem Mann: „Steh auf, du kannst gehen! Dein Glaube hat dich gerettet.

Lukas 17,11-19


Woran erkennt man einen Christen? Was meinen Sie? Was charakterisiert jemand, der zu Jesus gehört? Wenn Sie nur ein einziges Merkmal angeben dürften - welches würden Sie angeben? Erkennt man einen Christen daran, dass er sonntags die Kirchenbank drückt (wir haben hier gar keine Kirchenbänke)? Erkennt man ihn daran, dass er im Gemeindechor mitsingt (wir haben zur Zeit gar keinen Chor)? Erkennt man ihn daran, dass er in der Bibel liest? Daran, dass er nicht die Ehe bricht? Daran, dass er aufrichtig und vertrauenswürdig ist? Ich würde sagen: Man erkennt ihn daran, dass er betet. Gebet ist das Kennzeichen echten Christseins. Gottesdienstbesuch und Bibellesen sind extrem wichtig - aber trotzdem: Das tut manchmal auch ein Skeptiker oder ein Suchender. Ein Leben nach Gottes Geboten ist unerlässlich - aber auch mancher Gottlose lässt sich nichts zuschulden kommen. Dagegen Beten: Das weist auf eine persönliche Beziehung zu Gott hin. Da hat jemand sein Innerstes für Gott geöffnet und hat das Gespräch mit ihm aufgenommen. Wie entscheidend wichtig dieses Kennzeichen ist, sieht man gerade an meinem Berufsstand. Wenn irgend jemand sich für Gott interessiert, sind das doch die Theologen, die „Gottesgelehrten“. Wenn also irgend jemand das Gespräch mit Gott sucht, müssten das die Theologen sein. Aber es gibt - leider! - zahllose Theologen, denen fehlt diese persönliche Beziehung zu Gott. Sie finden Gott hochinteressant - als Forschungsgegenstand. Sie schreiben gelehrte Abhandlungen über ihn, sie halten gelehrte Vorträge über ihn - aber eben, immer nur über ihn. Mit Gott reden, zu ihm beten - das tun sie nicht; das können und wollen sie nicht. Gott ist für sie ein Er, nicht ein Du.

Über das Gebet als Kennzeichen von echtem Christsein habe ich ein paar Punkte zusammengetragen, die ich an Sie weitergeben möchte.