Gottes stärkste Waffe - Die Idole der Intellektuellen

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Die Idole der Intellektuellen

Lukas hat die Predigten für seinen Sammelband sehr sorgfältig zusammengestellt. Es sind Musterpredigten für die verschiedensten Situationen und vor unterschiedlichstem Publikum. Von Paulus gibt es z. B. eine große Predigt vor Juden, die noch nicht an Jesus glauben, eine vor einem Durchschnittspublikum von Nichtjuden, eine vor der nichtjüdischen Oberschicht und eine vor Christen. Hier in Apostelgeschichte 17 spricht Paulus zur Oberschicht, zur herrschenden Klasse, zur Intelligenzia, zu den Intellektuellen. Von denen wimmelte es in Athen nur so. Athen war politisch und wirtschaftlich zwar nicht mehr die bedeutendste Stadt Griechenlands (diesen Rang hatte ihr inzwischen Korinth abgelaufen), aber es war immer noch das geistige und kulturelle Zentrum, beinahe so etwas wie eine Weltkulturhauptstadt. Athen war die Wiege der Demokratie (allerdings lag die Blütezeit unter Perikles 500 Jahre zurück). Aus Athen stammten und in Athen wirkten die größten Philosophen des Altertums - Sokrates, Platon und Aristoteles (auch das lag schon 400 Jahre zurück). Athen beherbergte die berühmteste Universität der Antike. Athen besaß eine Fülle prachtvoller Bauwerke und war bereits zur Zeit von Paulus eine Art Museumsstadt geworden, ein Freilichtmuseum, weltbekannt für seine Tempel, Statuen und Monumente. Kein Wunder, daß die Athener stolz waren - auf ihre Geschichte, auf ihre Architektur, auf ihre Literatur, auf ihre Philosophenschulen, auf ihren Intellekt, auf alle ihre geistigen und kulturellen Errungenschaften.

In diese Stadt kommt nun Paulus auf einer seiner Missionsreisen, allein. Er wartet darauf, daß seine Mitarbeiter eintreffen. Um die Zeit zu überbrücken, sieht er sich in der Stadt um. Fast ein bißchen wie heutzutage all die Touristen, die sich Athen ansehen - die Akropolis mit den Propyläen, dem Parthenon-Tempel, dem Standbild der Göttin Athene. Wir schlendern durch die Straßen, mit dem Baedeker oder dem Dumont in der Hand, und bewundern die unzähligen Kunstwerke. Paulus sah das alles auch, aber er bewunderte es nicht; er war empört, er war erschüttert. All diese Götterstatuen, steingewordene Verirrung des Menschen! All diese Tempel zu Ehren von Göttern, die Menschen sich ausgedacht haben! All diese Altäre, um ihnen zu opfern! Gibt hier denn keiner dem wahren Gott die Ehre? Beten hier alle ihre eigenen Idole an? Ist diese ganze Stadt, der Inbegriff menschlicher Leistung und menschlichen Klugheit, dem Irrtum verfallen, der moralischen Dekadenz? Hat sie sich völlig den falschen Göttern verschrieben und damit dem Untergang geweiht? Schon der Name wies in diese Richtung - Athen war nach der Göttin Athena benannt, der Lieblingstochter von Zeus, dem obersten Gott der Griechen. Athena sollte Athen beschützen.

Mal eine kleine Zwischenbemerkung: Götzen sind leider nicht auf die Antike oder die sogenannte Dritte Welt beschränkt. Das griechische Wort für Götze ist eidolon, „Idol“. Ein Idol ist ein Gott-Ersatz, irgend etwas oder irgend jemand, der in meinem Denken, in meiner Gefühlswelt, in meinem Handeln den Platz einnimmt, der Gott zusteht. Das kann Geld sein (das Geld, das ich besitze, oder das Geld, das ich noch nicht besitze). Das kann meine Gesundheit sein, Macht und Ansehen, meine Arbeit, meine Hobbies, Fernsehen, Alkohol, die Eltern, der Ehepartner, die Kinder, Freund und Freundin, gutes Essen, Sexualität. Das kann sogar die Religion sein, die Kirche, der Einsatz für Gott. Kein Bereich unseres Lebens ist dagegen gefeit, zum Idol zu werden, sobald wir uns darin nicht mehr von Gott bestimmen lassen. Eigentlich sind das alles ja Dinge, die zu Gottes guter Welt gehören, Dinge, die unser Leben bereichern sollen. Aber sobald wir sie verselbständigen und nicht mehr so gebrauchen, wie Gott es möchte, werden sie zu Götzen. Sie fangen an, uns zu beherrschen und zu tyrannisieren. Nur Gott ist gut. Idole sind böse. Nur Gott baut unser Leben auf. Idole zerstören es.