Gottes stärkste Waffe - Paulus bekennt Farbe

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Paulus bekennt Farbe

Zurück nach Athen und zu Paulus‘ berechtigtem Zorn über so viel Gottlosigkeit. Aber jetzt kommt das erste Gute: Paulus reagiert positiv. Obwohl er empört ist. Etwas in ihm wird geflüstert haben: Nichts wie weg hier! Hier hast du nichts verloren, hier, wo alles nach Götzenanbetung riecht und in Gottlosigkeit versinkt. Hier bist du hilflos. Aber Paulus haut nicht ab. Er nimmt die Herausforderung an: Auch diese Leute, gerade diese Leute brauchen das Evangelium. Ich bin hier, um ihnen zu helfen. Er zeigt den Athenern nicht die kalte Schulter, kehrt ihnen nicht den Rücken, sondern wendet sich ihnen zu. Er sucht das Gespräch mit ihnen, gerade auch mit den Klugen und den Neunmalklugen aus der universitären Welt, mit Dozenten und Studenten. Er diskutiert, er versucht zu überzeugen, er läßt sich verspotten. Am Ende schleppen ihn einige Anhänger der großen Philosophenschulen vor den Areopag, den Stadtrat von Athen. Paulus soll Farbe bekennen: für was er eigentlich wirbt, welche neuen Götter er propagiert.

Eine höchst brisante Situation! Es scheint zwar nicht gerade eine Gerichtsverhandlung gewesen zu sein, eher so etwas wie ein Hearing. Paulus ist kein Angeklagter; die Stadträte geben sich freundlich-neugierig. Aber unter der Oberfläche brodelt es. „Fremde Götter“ - genauso lautete seinerzeit einer der Anklagepunkte, die dazu führten, daß die Athener Sokrates hinrichteten. Paulus muß mit dem Schlimmsten rechnen. Wie schnell kann die Stimmung umschlagen! Jetzt ist sein ganzer Mut gefragt, seine ganze Verstandesschärfe. Er ist aufgefordert, das Evangelium vor der denkerischen Weltelite zu präsentieren! Und Paulus kneift nicht; er packt den Stier bei den Hörnern. Er wagt es, sich intellektuell mit diesen Doktoren und Professoren und Rhetorikern zu messen. Er hat sogar den Mut, ihnen ihre Unwissenheit in den entscheidenden Fragen vorzuhalten. Er scheut sich nicht, sie zur Umkehr von ihren falschen Gottesvorstellungen aufzufordern. Ich bewundere Paulus für seine Kühnheit, seine Kompromißlosigkeit, sein Gottvertrauen! (Im übrigen bin ich überzeugt, daß er ihnen intelligenzmäßig jederzeit das Wasser reichen konnte. Er kannte sich in der akademischen Welt aus. Er hatte ebenfalls einen Uni-Abschluß; er hatte in Jerusalem und vielleicht auch in Tarsus studiert. Und was seinen Scharfsinn betraf, seine Weitsicht, seine Urteilskraft und sein Ausgewogenheit - ich glaube, darin war er ihnen allen überlegen. Auf jeden Fall wurden seine Briefe in den Jahrhunderten, die seither verflossen sind, unendlich viel öfter gelesen und hatten einen unermeßlich viel größeren Einfluß als die Schriften aller Athener zusammengenommen.)