Heilung auf Raten - 1. Lektion: Zwischen Krankheit und Sünde besteht ein Zusammenhang

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Heilung auf Raten
Die Freunde des Gelähmten: vorbildlich in ihrem Glauben
Die Gesetzeslehrer: fromme Spitzel mit unheiligen Motiven
Jesus Christus: der Interessanteste von allen
1. Lektion: Zwischen Krankheit und Sünde besteht ein Zusammenhang
2. Lektion: Sünde ist schlimmer als Krankheit; Vergebung ist wichtiger als Heilung
3. Lektion: Jesu eigentlicher Auftrag
4. Lektion: Wie Jesus als Seelsorger handelt
5. Lektion: Was gehen Jesus die Sünden anderer Menschen an?
Wie Jesus sich als Sohn Gottes in unserer Welt eingeführt hat
Zwei mögliche Schlussfolgerungen
Die zweite Rate der Heilung
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1. Lektion: Zwischen Krankheit und Sünde besteht ein Zusammenhang

„Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ Alle reden von der Krankheit des Mannes, Jesus redet von seiner Sünde. Damit stellt er einen Zusammenhang zwischen Krankheit und Sünde her. Genau genommen stellt er diesen Zusammenhang nicht her; er weist vielmehr daraufhin, dass dieser Zusammenhang bereits besteht. Er besteht seit dem Sündenfall, seit Adam und Eva im Garten Eden Gott ungehorsam wurden. Was kam zuerst - die Krankheit oder die Sünde? Die Bibel sagt: Die Sünde. Bis dahin war die Welt vollkommen. Nachdem Gott den Himmel und die Erde, die Pflanzen, die Tiere und den Menschen, das ganze Universum geschaffen hatte, sah er sich alles an und stellte fest: Es war sehr gut. (1. Mose 1,31) Es gab noch keinen Tod, und es gab noch keine Vorstufe zum Tod, keine Krankheit. Doch dann versündigten sich Adam und Eva gegen Gott, und jetzt geschah das, was Paulus im Römerbrief so ausdrückt:

„Durch einen einzigen Menschen - Adam - hielt die Sünde in der Welt Einzug und durch die Sünde der Tod, und auf diese Weise ist der Tod zu allen Menschen gekommen, denn alle haben gesündigt.“ (Römer 5,12)

Sünde und Krankheit hängen zusammen wie z. B. Fremdgehen und Scheidung. Das eine ist die Ursache, das andere die Wirkung. Ohne Sünde gäbe es keine einzige Krankheit. In Gottes neuer Welt, wenn die Sünde endgültig besiegt sein wird, wird niemand mehr krank sein.

„Gott wird alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen.“ (Offenbarung 21,4)

Aber jetzt heißt es Acht geben. Krankheit ist eine Folge der Sünde, lehrt die Bibel. Das stimmt so jedoch nur, wenn man es auf die Menschheit als Ganzes bezieht. Weil die Menschheit als Ganzes sündigte, erlebt die Menschheit als Ganzes Krankheit und Tod. Auf der Ebene der Einzelpersonen sieht die Sache anders aus. Hier sind alle Varianten denkbar.

Nicht jeder, der sündigt, wird krank.

Nicht jeder, der nicht sündigt, bleibt gesund.

  • Jemand hat eine schwere Schuld auf sich geladen und ist deswegen krank geworden. (Das ist sozusagen der Normalfall.)
  • Ein anderer hat sich ebenso sehr versündigt, lebt aber gesund und munter weiter (sterben muss er am Ende aber trotzdem; spätestens dann holt ihn die Sünde ein).
  • Jemand lässt sich nichts zu schulden kommen, und auch gesundheitlich ist er topfit. (Das wäre wieder der Normalfall.)
  • Ein anderer lebt ebenfalls so, wie es Gott gefällt, und muss trotzdem ein schmerzhaftes Leiden ertragen.
Gott allein weiß, wie es bei uns Menschen um den Zusammenhang zwischen Sünde und Krankheit bestellt ist. Jesus hat jeden einzelnen Fall wieder anders beurteilt.
  • Einmal, als er einen Schwerstkranken gesund gemacht hatte, sagte er zu ihm: „Du bist jetzt gesund. Sündige nicht mehr, damit dir nicht noch etwas Schlimmeres geschieht, als was du bist jetzt durchgemacht hast.“ (Johannes 5,14). Hier stellt Jesus eindeutig einen Zusammenhang zwischen Krankheit und persönlicher Schuld her.
  • Ein anderes Mal, als er einen Blindgeborenen heilte, fragten ihn seine Jünger: „Wie kommt es, dass dieser Mann blind geboren wurde? Wer hat gesündigt - er selbst oder seine Eltern?“ Und Jesus gab ihnen zur Antwort: „Es ist weder seine Schuld noch die seiner Eltern. An ihm soll sichtbar werden, was Gott zu tun vermag.“ (Johannes 9,2.3) In diesem Fall bestreitet Jesus kategorisch, dass die Krankheit irgendetwas mit der Schuld der betroffenen Menschen zu tun hat.
Wie sah es bei dem Gelähmten in unserer Geschichte aus? Es wird nichts gesagt von irgendeiner persönlichen Schuld als Ursache der Krankheit. Und daher gilt - wie überall, wo wir jemand zu beurteilen haben - die Unschuldsvermutung. Jesus deutet mit keinem Wort auch nur an, dass der Mann deshalb gelähmt auf seiner Matte liegt, weil er sich gegen Gott versündigt hat. Gesündigt hat er, ja; aber das muss nicht der Grund für seine Lähmung sein.