Heilung auf Raten - 2. Lektion: Sünde ist schlimmer als Krankheit; Vergebung ist wichtiger als Heilung

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Heilung auf Raten
Die Freunde des Gelähmten: vorbildlich in ihrem Glauben
Die Gesetzeslehrer: fromme Spitzel mit unheiligen Motiven
Jesus Christus: der Interessanteste von allen
1. Lektion: Zwischen Krankheit und Sünde besteht ein Zusammenhang
2. Lektion: Sünde ist schlimmer als Krankheit; Vergebung ist wichtiger als Heilung
3. Lektion: Jesu eigentlicher Auftrag
4. Lektion: Wie Jesus als Seelsorger handelt
5. Lektion: Was gehen Jesus die Sünden anderer Menschen an?
Wie Jesus sich als Sohn Gottes in unserer Welt eingeführt hat
Zwei mögliche Schlussfolgerungen
Die zweite Rate der Heilung
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2. Lektion: Sünde ist schlimmer als Krankheit; Vergebung ist wichtiger als Heilung

„Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ Alle warten darauf, dass Jesus den Kranken heilt. Statt dessen vergibt er ihm seine Schuld. Damit macht Jesus klar: Vergeben ist wichtiger als Heilen. Sobald wir anfangen, darüber nachzudenken, müssen wir ihm recht geben. Kranksein kann wehtun, zermürben, lahm legen. Sünde tut noch viel mehr weh. Schmerzen können schrecklich quälen; Schuld quält noch viel mehr. Von dem Schriftsteller Botho Strauß las ich vor ein paar Tagen folgendes Zitat:

„Keine Form eines üblichen Fehlschlages, weder Krankheit noch Unfall und auch nicht geschäftliches Unglück bewirkt ein so grausames und tiefes Echo in unserem Unterbewusstsein wie eine Scheidung.“

Ehescheidung hat mit persönlicher Schuld zu tun; z. B. damit, dass ein Mann seiner Frau untreu wird. Er zerstört sein Leben, und er zerstört ihr Leben. Keine Krankheit schadet unserem Leben so sehr wie die Sünde. Darum hat Jesus recht: Vergebung ist wichtiger als Heilung.

Man könnte sich ja mal ausmalen, wie das wäre, wenn die Medizin eines Tages so weit wäre, dass man jede Krankheit sofort beenden könnte und dass überhaupt niemand man erkranken würde. Die Erde bevölkert von lauter kerngesunden Menschen! Hätten wir deshalb eine bessere Welt? Wären wir Menschen glücklicher? Ich fürchte nein. Die Krankheiten mögen beseitigt sein - der Egoismus wäre geblieben. Die Habgier, der Stolz, die Treulosigkeit, die Unwahrhaftigkeit, die Gleichgültigkeit - alles wäre noch immer vorhanden und würde die menschliche Gesellschaft auch weiterhin in den Abgrund treiben.

Jesus bekämpft die Ursache (die Sünde),

nicht nur die Folge (die Krankheit).

Man muss Jesus auch deshalb recht geben, weil - wie wir vorhin gesehen haben - Krankheit eine Folge der Sünde ist. Wer nur die Krankheit bekämpft, bekämpft Symptome, nicht die eigentliche Ursache. Angenommen, ich bin mit dem Auto unterwegs, und plötzlich leuchtet das Warnlicht auf. Wie ärgerlich! Zum Glück habe ich im Handschuhfach einen kleinen Hammer. Damit schlag ich solange auf das rote Lämpchen ein, bis kein Licht mehr blinkt. So, jetzt kann ich beruhigt weiterfahren! Von wegen. Gleich geht der Ärger erst richtig los. Jesus macht es anders. Er stellt den Motor ab, öffnet die Motorhaube und behebt den Schaden. Er bekämpft nicht nur Symptome; er geht der Sache auf den Grund. Er packt das Übel bei der Wurzel. Deshalb beginnt Jesus mit der Vergebung. Die Heilung kann warten. Vergeben ist wichtiger als Heilen.