„Herzlichen Glückwunsch!“ - Gottes Reich ist anders

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„Herzlichen Glückwunsch!“
Selig??
Erstes Stichwort: Gottes Reich
Jesus Christus - der Himmelreichsbürger par excellence
Gottes Reich ist anders
Drei kleine Beobachtungen
Zweites Stichwort: Die Belohnung
Was Belohnung bedeutet
Zum Schluss: Bin ich ein Stück Nacht, oder bin ich ein Stern?
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Gottes Reich ist anders

Denn jetzt muss noch etwas über Gottes Reich gesagt werden, etwas Grundlegendes: Gottes Reich ist völlig anders als alle irdischen Reiche. Jesus hat es selbst gesagt:

„Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ (Johannes 18,36)

Gott hat andere Wertmaßstäbe als wir. Gott geht anders vor als wir. Überlegen Sie mal, wie die Liste der Seligpreisungen bei uns aussehen würde - wenn es nicht heißen würde: „... denn ihnen gehört das Himmelreich“, sondern: „... denn ihnen gehört die Welt“! Wen würden wir beglückwünschen? Die Reichen natürlich, die Starken, die Gesunden, die Schönen, die Klugen, die Gebildeten, die Angesehenen, die Selbstbewussten; ihnen gehört die Welt. Die Kämpfer für ihr eigenes Recht, die Rücksichtslosen, die Ellenbogeneinsetzer, die Gewissenlosen, die Skrupellosen, die Ohne-mit-der-Wimper-zu-zucken-Lügner, die Nur-die-eigene-Meinung-Geltenlasser, die Alle-anderen-zum-Verstummen-Bringer. Das sind die Typen, die in unserer Welt Karriere machen. Das sind die Eigenschaften, die heimlich oder offen beklatscht werden.

Und Jesus? Wem gratuliert Jesus?
  • Denen, die vor ihm wie Bettler dastehen, die „arm sind vor Gott“;
  • denen, die traurig sind über das Leid in der Welt, über eigene und fremde Sünde;
  • den Sanftmütigen;
  • denen, die sich wie ein Verhungernder oder Verdurstender danach sehnen, dass es in dieser Welt gerecht und richtig zugeht;
  • den Barmherzigen;
  • denen, die ein reines Herz haben;
  • den Friedensstiftern;
  • denen, die um Jesu willen beschimpft und verfolgt werden.
Tja, das ist wirklich eine komplett andere Liste. Ich glaube, keiner von uns käme auf die Idee, solchen Menschen „Herzlichen Glückwunsch!“ zuzurufen. Aber wissen Sie, was ich auch glaube? Dass jeder von uns tief in seinem Innersten Jesus Recht gibt. Tief in uns klingt hier eine Saite an, die uns sehnsüchtig macht: Ja, so müsste es unter uns Menschen zugehen, dann sähe die Welt anders aus. Dann gäbe es Sanftmut statt Gewalt, Erbarmen statt Egoismus, Selbstlosigkeit statt Selbstbehauptung, Recht statt Unrecht, Reinheit statt Schmutz, Hingabe statt Treulosigkeit.

Und gleichzeitig ermutigt Jesus damit alle, die sich um solche Eigenschaften bemühen und die versuchen, sich so zu verhalten. „Herzlichen Glückwunsch!“ ruft er ihnen zu. Was ihr tut, ist nicht umsonst. Haltet durch, auch wenn die Strömung euch manchmal mit sich fortzureißen droht! Haltet euch nur zu mir; ich bin auch diesen Weg gegangen, und ich statte euch mit allem aus, was ihr dazu braucht: Vergebung, neues Leben, Mut, Klugheit, Kraft, Hoffnung und vor allem Liebe. „Glücklich zu preisen sind die, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.“

So, das war's, was ich Ihnen zum Thema „Reich Gottes“ sagen wollte. Vielleicht haben Sie ab und zu gedacht: Hat der Herr Symank sich nicht komplett verfahren? Was hat das alles noch mit den Seligpreisungen zu tun? Aber spätestens jetzt ist deutlich geworden: Wir befinden uns auf Kurs. In den Seligpreisungen geht es um nichts anderes als um Gottes Reich. In der ersten Seligpreisung spricht Jesus davon, und in der letzten Seligpreisung spricht Jesus davon. Mit diesem Kunstgriff macht er klar: Alles, was dazwischen steht, handelt ebenfalls vom Reich Gottes.