„Herzlichen Glückwunsch!“ - Zweites Stichwort: Die Belohnung

Beitragsseiten
„Herzlichen Glückwunsch!“
Selig??
Erstes Stichwort: Gottes Reich
Jesus Christus - der Himmelreichsbürger par excellence
Gottes Reich ist anders
Drei kleine Beobachtungen
Zweites Stichwort: Die Belohnung
Was Belohnung bedeutet
Zum Schluss: Bin ich ein Stück Nacht, oder bin ich ein Stern?
Alle Seiten

Zweites Stichwort: Die Belohnung

Sie merken: Wir nähern uns dem Ende der Mahlzeit; nicht mehr lange, dann ist das Sandwich aufgegessen.

„Herzlichen Glückwunsch!“ sagt Jesus. „Es ist nicht umsonst, wenn du trauerst, wenn du barmherzig bist, wenn du Frieden stiftest. Gott wird dich dafür belohnen!“ In den Seligpreisungen geht es um Lohn. Gleich anschließend, in den Versen 11 und 12, spricht Jesus ausdrücklich davon:

„Glücklich zu preisen seid ihr, wenn man euch um meinetwillen beschimpft und verfolgt und euch zu Unrecht die schlimmsten Dinge nachsagt. Freut euch und jubelt! Denn im Himmel wartet eine große Belohnung auf euch.“

Das ganze Neue Testament ist voll von diesem Gedanken.
  • Im ersten Korintherbrief gebraucht Paulus das Bild vom sportlichen Wettkampf und fordert die Christen auf: „Lauf so, dass ihr den Preis bekommt!“ (1. Korinther 9,24)
  • Im Philipperbrief schreibt er von sich selbst: „Ich laufe mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen, um den Siegespreis zu bekommen.“ (Philipper 3,14)
  • Und am Ende seines Lebens sagt er: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe das Ziel des Laufes erreicht, ich habe am Glauben festgehalten. Nun liegt der Siegeskranz für mich bereit, die Gerechtigkeit, die der Herr, der gerechte Richter, mir an jenem großen Tag geben wird - und nicht nur mir, sondern auch allen anderen, die ihn lieben und auf seine Kommen warten.“ (2. Timotheus 4,7.8).
  • Jesus selbst sagt im letzten Kapitel des letzten Buches der Bibel: „Ja, ich komme bald und bringe jedem den Lohn mit, den er für sein Tun verdient hat.“ (Offenbarung 22,12)

Lohn ist nicht gleich Lohn

Manche Christen haben es nicht gern, wenn man von Belohnung redet. Das ist doch irgendwie unmoralisch, denken sie. Erstens sollte man Gott freiwillig dienen und nicht nur gegen Bezahlung. Und zweitens ist es doch reine Gnade, dass wir gerettet werden. Wir können uns den Himmel doch nicht verdienen!

Wissen Sie, was ich glaube? Es gibt verschiedene Sorten Lohn. Es gibt Lohn, der ist gerechtfertigt, und Lohn, der ist nicht gerechtfertigt. Ich will versuchen, den Unterschied an einem nicht-religiösen Beispiel klarzumachen.

2 Sorten Lohn

negativ: Lohn als Objekt der Begierde

positiv: Lohn als Frucht des richtigen Verhaltens

Ein Mann lernt eine wohlhabende Frau kennen. Ihr Reichtum sticht ihm ins Auge, und er beschließt, sich auf ihre Kosten ein angenehmes Leben zu machen. Er schar-wenzelt vor ihr auf und ab, er macht ihr schöne Augen, und schließlich gibt sie seinem Werben nach und willigt ein, ihn zu heiraten. Er hat genau kalkuliert, und die Rechnung ist aufgegangen. Er hat den Lohn, den er haben wollte. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Das, was die Ehe wirklich schön macht - die Liebe, die Treue, die Hingabe -, wird er nie erleben. Er hat das Geld der Frau gewonnen, aber nicht ihr Herz. Das Guthaben wird schrumpfen, und eines Tages steht er wieder mit leeren Taschen da. Hätte er nicht das Geld geliebt, sondern die Frau, dann hätte er jetzt ein Guthaben, das ständig anwächst, einen Lohn, der im wahrsten Sinn des Wortes unberechenbar ist, eine Quelle des Reichtums, die immerzu und immer stärker sprudelt.

Ein anderes Beispiel, diesmal ein religiöses. Ein paar Verse weiter in der Bergpredigt sagt Jesus: „Hütet euch, eure Frömmigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen! Sonst habt ihr von eurem Vater im Himmel keinen Lohn mehr zu erwarten.“ (Matthäus 6,1). Jesus macht auch gleich drei praktische Anwendungen.

  • Die erste Anwendung betrifft das Spenden von Geld: „Wenn du zum Beispiel den Armen etwas gibst, lass es nicht vor dir her mit Posaunen ankündigen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten geehrt zu werden. Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit schon erhalten. Wenn du den Armen etwas gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut. Was du gibst, soll verborgen bleiben. Dann wird dein Vater, der ins Verborgene sieht, dich belohnen.“ (Matthäus 6,2-4).
  • Die zweite Anwendung betrifft das Beten: „Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler, die sich zum Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken stellen, um von den Leuten gesehen zu werden. Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit schon erhalten. Wenn du beten willst, geh in dein Zimmer, schließ die Tür, und dann bete zu deinem Vater, der auch im Verborgenen gegenwärtig ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dich belohnen.“ (Matthäus 6,5.6)
  • Die dritte Anwendung betrifft das Fasten: „Wenn ihr fastet, setzt keine Leidensmiene auf wie die Heuchler. Sie vernachlässigen ihr Aussehen, damit die Leute ihnen ansehen, dass sie fasten. Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit schon erhalten. Wenn du fastest, pflege dein Haar und wasche dir das Gesicht wie sonst auch, damit die Leute dir nicht ansehen, dass du fastest; nur dein Vater, der auch im Verborgenen gegenwärtig ist, soll es wissen. Dann wird dein Vater, der ins Verborgene sieht, dich belohnen.“ (Matthäus 6,16-18)

Sie sehen: Mit der Liebe zu Gott ist es wie mit der Liebe zu einer Frau. Bei beidem kann man so tun als ob; bei beidem kann man tief in seinem Inneren ganz andere Absichten verfolgen. Wer auf einen bestimmten Lohn aus ist, der bekommt diesen Lohn. Der Mitgiftjäger bekommt die Mitgift - und damit hat sich's. Der fromme Heuchler bekommt die Anerkennung der Leute - und das war's dann auch. Der wahre Lohn einer tiefen Gemeinschaft mit dem Partner und der wahre Lohn einer tiefen Gemeinschaft mit Gott wird ihm nie ausgezahlt werden. „Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit schon erhalten.“ Aber wer darauf aus ist, mit Gott eine echte Beziehung aufzubauen, dem erwächst aus dieser Beziehung der größte denkbare Gewinn. Gott selbst ist letztlich unser Lohn (1. Mose 15,1).