„Herzlichen Glückwunsch!“ - Was Belohnung bedeutet

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„Herzlichen Glückwunsch!“
Selig??
Erstes Stichwort: Gottes Reich
Jesus Christus - der Himmelreichsbürger par excellence
Gottes Reich ist anders
Drei kleine Beobachtungen
Zweites Stichwort: Die Belohnung
Was Belohnung bedeutet
Zum Schluss: Bin ich ein Stück Nacht, oder bin ich ein Stern?
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Was „Belohnung bedeutet

Gott selbst ist unser höchster Lohn

Wenn Jesus von Belohnung spricht, macht er drei Dinge klar, mindestens drei:

(a) Es gibt einen Zusammenhang zwischen unserem Verhalten und Gottes Verhalten.

Es stimmt, Gottes Gnade können wir uns nicht verdienen; sie wird uns einfach geschenkt. Aber unverdient heißt nicht willkürlich. Gott verteilt seine Gnade nicht nach dem Gießkannenprinzip (so dass alle unterschiedslos etwas davon abbekommen) und auch nicht mit Hilfe des Zufallsgenerators (mal trifft es den, mal trifft es den). Nein, Gott gibt seine Gnade dem, der mit leeren Händen zu ihm kommt (und der nicht den Versuch macht, sie woanders zu füllen). Gott gibt sie dem, der seine geistliche Armut vor ihm eingesteht. Insofern ist das Geschenk der Gnade eben doch auch eine Belohnung. Gott lässt sie nicht den erfahren, der ihm davonläuft, sondern den, der sich unter sein Urteil beugt. „Glücklich zu preisen sind die, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich.“ Natürlich fällt der Lohn viel viel großartiger aus, als wir es je verdient hätten; es ist geradezu unverschämt groß, völlig unangemessen, verschwenderisch - das ganze Himmelreich! Und doch ist dieser Lohn kein Zufall, sondern ist Gottes Antwort auf unsere leeren Hände.

Gottes Gnade:
unverdient, aber nicht willkürlich

(b) Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem, was wir jetzt tun, und dem, wie es uns in der Zukunft ergeht.

Paulus sagt:

„Jeder Mensch wird ernten, was er gesät hat. Wer auf den Boden der menschlichen Selbstsucht sät, wird von ihr den Tod ernten. Wer auf den Boden von Gottes Geist sät, wird von ihm das unvergängliche Leben ernten.“ (Galater 6,7.8)

Der „Lohn“ ist sozusagen die Frucht dessen, was wir hier säen. Wer ein Mädchen wirklich liebt und ihr entsprechend begegnet, der gewinnt ihre Liebe - und das ist sein Lohn. Die Mitgift ist etwas rein Äußerliches, ein bloßes Anhängsel. Der wirkliche Lohn erwächst aus der Liebe selber. Wer ein reines Herz hat, darf Gott sehen - denn Gott ist die Reinheit in Person. Der Lohn ist nicht irgendetwas Zufälliges, sondern ergibt sich aus dem Verhalten und Charakter des Belohnten. Gott belohnt uns, indem er etwas tut, das unserem Tun entspricht. Dem Barmherzigen erweist er Barmherzigkeit, der Treue erfährt seine Treue, den, der sich wie ein Verhungernder und wie ein Verdurstender nach Gerechtigkeit sehnt, macht er satt.

Als ich noch ein kleiner Junge war, habe ich (wahrscheinlich in der Sonntagsschule, ich weiß nicht mehr genau) eine Geschichte gehört, die mir damals großen Eindruck gemacht hat und die ich eigentlich immer noch richtig gut finde. Ein junger, gläubiger Mann heuert als Matrose auf einem großen Segelschiff an. Der Kapitän und die anderen Seeleute, alles gottlose Kerle, machen sich darüber lustig, dass der Neue regelmäßig in der Bibel liest und betet. Eines Tages hört der junge Matrose in seiner Kajüte lautes Gegröle. Aha, denkt er, sie feiern wieder mal eines ihrer wüsten Gelage. Aber als er an Deck geht, starren dort alle, mit Fernrohren ausgerüstet, in die Luft. Und kaum erblickt ihn der Kapitän, da brüllt er auch schon: „Wir haben jetzt eine Stunde lang den ganzen Himmel abgesucht, aber keiner von uns hat auch nur ein Fitzelchen von Gott entdeckt!“ - „Kapitän“, sagt der junge Mann, „in meiner Bibel steht: Nur die, die ein reines Herz haben, werden Gott sehen.“

kurzsichtige Fernrohre

(c) Gott wartet darauf, uns loben zu können!

Gottes Anerkennung ist unser Lohn. Der Lehrer freut sich, wenn der Schüler eine knifflige Rechenoperation endlich begriffen hat, und lobt ihn dafür. Die Eltern sind glücklich, wenn ihr Kind in einer kritischen Situation einen klaren Kopf bewahrt und Zivilcourage beweist, und loben es dafür. Gibt es für ein Kind, für einen Schüler etwas Schöneres, als von Vater und Mutter und Lehrer anerkannt zu werden? Gibt es für einen Christen etwas Schöneres, als wenn am Ende seines Lebens Jesus zu ihm sagt: „Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener gewesen ... Komm herein zum Freudenfest deines Herrn!“ (Matthäus 25,23)? Wenn Jesus vom Lohn redet, deutet er an, wie sehr Gott darauf wartet, uns loben zu können, und wie glücklich es ihn macht, wenn er uns belohnen kann. Ist das nicht beinahe unbegreiflich? Womit haben wir das verdient?