Neue Perspektiven durch Jesus - auch für Frauen - Die Frau befreit als Jüngerin Jesu

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Neue Perspektiven durch Jesus - auch für Frauen
Mann und Frau im Lukasevangelium: Beispiele
Mann und Frau in der Apostelgeschichte: Beispiele
Mann und Frau stehen Seite an Seite vor Gott
Vertauschung der Rollen!
Maria und Martha, neues Verständnis von der Rolle der Frau
Die Frau befreit als Jüngerin Jesu
Schlussbemerkung zum Feminismus
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Die Frau befreit als Jüngerin Jesu

Jesus hat also tatsächlich eine Art Frauenbefreiungsbewegung in Gang gesetzt - women's lib. Und doch geschah das nicht dadurch, daß Jesus auf der sozialen Ebene alles radikal reformiert hätte. Er wertet Marthas Einsatz in der Küche keineswegs ab. Er attackiert die traditionelle Rolle der Frau im Haushalt nicht. Er hebt Ehe und Familie nicht auf, im Gegenteil: Jesus hat die Position der Ehefrau gestärkt, sie ist jetzt besser geschützt vor der Willkür des Mannes, ihr Mann trägt eine größere Verantwortung für sie und ihre Kinder.

Nein, Jesus befreit die Frau, indem er eine neue, übergeordnete Rolle einführt: Jüngerin Jesu zu sein. Die Veränderung beginnt von innen her. Und dadurch verändert Jesus alles. Dadurch weist er der Frau einen neuen Platz zu. Dadurch gibt er ihr eine neue, allem anderen vorgeordnete Aufgabe. Die erste Frage einer Frau darf nicht mehr sein: Was will mein Mann? sondern: Was will Gott? Nicht mehr zuerst: Wie gefalle ich meinem Mann? sondern: Wie gefalle ich Gott? Wie setze ich mich und meine Gaben am besten für Gott ein? Und so entstehen neue Rollen für die Frau, die sich Gott unterstellt hat, neue Rollen für neugeborene Leute, neue Rollen im Rahmen der Gesellschaft, aber vor allem neue Rollen im Rahmen der christlichen Gemeinde, neue Rollen auch für die ledige Frau.

Eine ledige Frau hatte es damals in Israel ganz besonders schwer. Sie war von vorneherein zweitklassig. Sie hatte keine Kinder. Sie trug nichts zum Weiterbestehen von Gottes Volk bei. Aber Jesus sagt: Wenn sie meine Jüngerin wird, erfüllt sie die beste und wichtigste Aufgabe, die Gott für sie vorgesehen hat! - Übrigens stand es um ledige Männer damals fast genauso schlecht. Ein Mann, der über ein gewisses Alter hinaus immer noch nicht verheiratet war, war in den Augen vieler jüdischer Gesetzeslehrer geradezu ein sündiger Mann. Er mißachtete das Gebot des Schöpfers: „Seid fruchtbar und mehrt euch!“ Er sorgte nicht für Nachwuchs, er hatte keine Söhne, die den Fortbestand der Familie und letztlich des ganzen Volkes sicherten. Ein alter Junggeselle - das war damals ein Ding der Unmöglichkeit. Dieser Umstand trägt sicher mit dazu bei, daß Paulus in 1. Korinther 7 mit solcher Vehemenz für das Ledigsein eintritt. Er selbst war ledig. Und er konnte darin nichts Minderwertiges entdecken. Im Gegenteil: „Wer heiratet, trifft eine gute Entscheidung. Aber wer nicht heiratet, wählt den Weg, der noch besser ist“ (1. Korinther 7,38) - vorausgesetzt, er benutzt seine Zeit und seine Kräfte um so mehr dafür, ganz für Gott dazusein.

Die neue Realität der neuen Rollen auch für die Frau müßten wir jetzt eigentlich in der Apostelgeschichte weiterverfolgen. Wir würden manches Erstaunliche entdecken, aber dafür fehlt heute leider die Zeit. Vielleicht nur so viel: Überall, wo das Evangelium hinkommt, ob in Jerusalem, Cäsarea, Joppe, Philippi, Thessalonich, Beröa, Athen, Korinth, Ephesus oder Rom, sind Frauen unter den ersten, wichtigsten und einflußreichsten Anhängern des christlichen Glaubens. Wo immer das Evangelium hinkommt, finden wir Frauen, die sich Jesus zuwenden und denen sich dadurch neue Möglichkeiten für ihr Leben eröffnen. Wir finden Frauen, die Christus und der christlichen Gemeinde in Rollen dienen, die ihnen normalerweise verschlossen geblieben wären.

Im Judentum hatte die Frau prinzipiell keine öffentlichen religiösen Aufgaben. Als Lehrerin konnte sie schon deshalb nicht auftreten, weil sie theologisch nicht geschult war. Und das Priester- oder Levitenamt konnte sie wegen ihrer monatlich wiederkehrenden Periode nicht ausüben, denn Priester und Leviten mußten sich ständig rein halten für die Opfer, die sie darzubringen hatten, und die Menstruation machte unrein. Bei Jesus zählt das alles nicht mehr. Er schult auch Frauen (siehe Maria), er möchte, daß sie sich von ihm unterweisen lassen. Und er gibt nichts auf äußerliche Reinheit bzw. Unreinheit. Er sieht in einer Frau, die unter ständigen Blutungen leidet, nicht jemand, von dem man sich fernhalten muß, um die eigene Reinheit nicht in Gefahr zu bringen, sondern eine Person in Not, die Hilfe braucht (Matthäus 9,20-22).

Jesus befreit die Frau, aber er befreit sie nicht, damit sie sich selbst verwirklichen kann, sondern damit sie Gottes Pläne verwirklichen hilft. Er befreit sie zum Dienst im Reich Gottes, er unterstellt sie Gott. Und eine größere Freiheit gibt es in dieser Welt nicht. Der Platz unter Gott ist der beste Platz, den jemand einnehmen kann, gleich ob Mann oder Frau. Jesus bietet uns allen die größtmögliche Freiheit an: Gott zu gehören und seine Mitarbeiter zu sein.