Neue Perspektiven durch Jesus - auch für Frauen - Schlussbemerkung zum Feminismus

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Neue Perspektiven durch Jesus - auch für Frauen
Mann und Frau im Lukasevangelium: Beispiele
Mann und Frau in der Apostelgeschichte: Beispiele
Mann und Frau stehen Seite an Seite vor Gott
Vertauschung der Rollen!
Maria und Martha, neues Verständnis von der Rolle der Frau
Die Frau befreit als Jüngerin Jesu
Schlussbemerkung zum Feminismus
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Schlussbemerkung zum Feminismus

Vielleicht ist zum Schluß noch eine Bemerkung zum Feminismus angebracht. Den Sufragetten zu Anfang des letzten Jahrhunderts ging es zunächst nur um die Abschaffung von willkürlichen, ungerechten Strukturen und um politische, soziale und wirtschaftliche Gleichberechtigung der Frau. An ihren Forderungen war vieles berechtigt. Der radikale Flügel des modernen Feminismus will weit mehr. Sein Ziel ist es, die Frau von jeder Unterordnung zu befreien, also auch von der Unterstellung unter Gott. Der Feminismus will jede Art von Herrschaft zertrümmern, auch die Gottesherrschaft. Herrschaft ist angeblich immer Männer-Herrschaft. Gott als der Herr ist nichts anderes als ein männliches Konstrukt, ein Gedankengebilde machtbesessener Männer. Gott als eigenständiges, reales Wesen existiert für den Feminismus nicht, nur der chauvinistische Gottesbegriff. Der Feminismus fordert, daß Denken und Verhalten der Menschen gewalt- und herrschaftsfrei werden, und will zu diesem Zweck ein repressionsfreies Gottesbild einführen: Gott nicht mehr ein Herr, sondern - eine Frau! Genau darauf läuft alles hinaus; der Feminismus erwartet die Erlösung von der Frau, vom alles in Harmonie vereinenden Wesen der Frau. Die Frau wird zum Gottesersatz, zur Göttin, zur Erlöserin. Darin gleicht der moderne radikale Feminismus allen Mutter-Gottes-Kulten, allen Göttinnen-Religionen. Es geht ihm nicht mehr nur um die Aufhebung der Unterdrückung von Frauen; er ist zur Ersatzreligion geworden. - Und was sagt die Bibel, was sagt Jesus? Auch Frauen sind sündige Menschen; auch Frauen brauchen Vergebung, müssen eine neue Geburt erleben, damit sie an Gottes Frieden und Segen teilhaben. Die Frau ist dem Mann auch in Sachen Sünde gleichwertig! Frauen sind nicht schlechter als Männer, aber Frauen sind auch nicht besser! Das Heil kommt niemals von einem Menschen, ob Mann oder Frau. Das Heil kommt von Gott.

Jesus war kein Feminist. Es ging ihm nicht darum, die gesamte soziale Ordnung auf den Kopf zu stellen. Vieles von den alten Ordnungen blieb bestehen. Wäre Jesus ein Feminist gewesen, dann hätte er zumindest eine Frau unter die zwölf Apostel berufen. Jesus hat so viel Anstößiges, Unerhörtes, Befremdendes getan - da hätte er dafür auch noch den Mut gehabt. Aber er tat es nicht. Er hat das patriarchalische Rahmenwerk der damaligen Kultur nicht einfach zerbrochen. Er hat die Stellung des Mannes als Haupt der Frau nicht bestritten. Nein, er hat einen anderen Weg eingeschlagen, um die entscheidenden Dinge zu reformieren. Den Rahmen hat er gelassen, aber er hat ihn neu gefüllt. Er hat den Männern ein neues Verständnis dafür gegeben, was Führung heißt, leadership: Führen heißt Dienen. Er selbst hat es mit seinem eigenen Leben vorgemacht: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“ (Markus 10,45) Und er hat die Frauen aus der Unterdrückung durch den Mann befreit, indem er sie seiner eigenen guten Herrschaft unterstellt hat: Vor allem anderen sind sie jetzt seine Jüngerinnen; sie gehören ihm und dienen ihm.

Ich denke, es ist angemessen, mit einem Wort von Paulus zu schließen, von dem großen Apostel, den Lukas zeitweise auf seinen Missionsreisen begleitete und von dem er so viel über christliche Lehre und christliches Leben gelernt hat. Paulus schreibt in Galater 3,28: „Es hat nichts mehr zu sagen, ob ein Mensch Jude ist oder Nichtjude, ob er im Sklavenstand ist oder frei, ob er ein Mann ist oder eine Frau. Durch eure Verbindung mit Jesus Christus seid ihr alle ein neuer Mensch geworden.“

Natürlich ist der Mann auch als Christ weiterhin ein Mann und die Frau weiterhin eine Frau - mit allen biologischen und psychologischen Unterschieden und mit allen sich daraus ergebenden praktischen Konsequenzen für Alltag, Familie und Beruf. Aber - und das ist das Neue, das Entscheidende - Christus hat eine Ebene eingeführt, auf der sie alle gleich sind: die unmittelbare persönliche Verbindung zu Gott als Gottes Kinder. Und diese Ebene ist die höchste. Sie steht über allen anderen Beziehungsebenen, über der Beziehung des Mannes zu seiner Frau und über der Beziehung der Eltern zu ihren Kindern. Das gibt allen unseren irdischen Verhältnissen eine völlig neue Perspektive. Das ändert und erneuert alles - für den Mann, aber vor allem auch für die Frau.