Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen - Gebet von Paul Gerhardt

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Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen
Überflüssig? Überragend!
Die entscheidende Wende
Die entscheidende Frage
Einer gegen alle - und der Eine gewinnt!
Gottes Liebe hat einen Namen
Nöte trennen nicht, Nöte verbinden
Der Blick über die Wolkendecke
Besser für Christus leiden als ohne Christus feiern
Alles zum Besten? 4 Fragen und 4 Antworten
Gebet von Paul Gerhardt
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Gebet:

Ist Gott für mich, so trete / gleich alles wider mich;
so oft ich ruf und bete, / weicht alles hinter sich.
Hab ich das Haupt zum Freunde / und bin geliebt bei Gott -
was kann mir tun der Feinde / und Widersacher Rott?

Nun weiß und glaub ich feste, / ich rühm's auch ohne Scheu,
dass Gott, der Höchst und Beste, / mein Freund und Vater sei
und dass in allen Fällen / er mir zur Rechten steh
und dämpfe Sturm und Wellen / und was mir bringet Weh.

Der Grund, da ich mich gründe, / ist Christus und sein Blut;
das machet, dass ich finde / das ewge, wahre Gut.
An mir und meinem Leben / ist nichts auf dieser Erd;
was Christus mir gegeben, / das ist der Liebe wert.

Mein Jesus ist mein Ehre, / mein Glanz und schönes Licht.
Wenn der nicht in mir wäre, / so dürft und könnt ich nicht
vor Gottes Augen stehen / und vor dem Sternensitz;
ich müsste stracks vergehen / wie Wachs in Feuershitz.

Der, der hat ausgelöschet, / was mit sich bringt den Tod;
der ist's, der mich rein wäschet, / macht schneeweiß, was ist rot.
In ihm kann ich mich freuen, / hab einen Heldenmut,
muss kein Gerichte scheuen, / wie sonst ein Sünder tut.

Nichts, nichts kann mich verdammen, / nichts nimmt mir meinen Mut;
die Höll und ihre Flammen / löscht meines Heilands Blut.
Kein Urteil mich erschrecket, / kein Unheil mich betrübt,
weil mich mit Flügeln decket / mein Heiland, der mich liebt.

Sein Geist wohnt mir im Herzen, / regiert mir meinen Sinn,
vertreibet Sorg und Schmerzen, / nimmt allen Kummer hin,
gibt Segen und Gedeihen / dem, was er in mir schafft,
hilft mir das Abba schreien / aus aller meiner Kraft.

Und wenn an meinem Orte / sich Furcht und Schrecken findt,
so seufzt und spricht er Worte, / die unaussprechlich sind
mir zwar und meinem Munde, / Gott aber wohl bewusst,
der an des Herzens Grunde / ersiehet seine Lust.

Sein Geist spricht meinem Geiste / manch süsses Trostwort zu:
wie Gott dem Hilfe leiste, / der bei ihm suchet Ruh,
und wie er hab erbauet / ein edle neue Stadt,
da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat.

Da ist mein Teil und Erbe / mir prächtig zugericht;
wenn ich gleich fall und sterbe, / fällt doch mein Himmel nicht.
Muss ich auch gleich hier feuchten / mit Tränen meine Zeit -
mein Jesus und sein Leuchten / durchsüsset alles Leid.

Die Welt, die mag zerbrechen, / du stehst mir ewiglich;
kein Brennen, Hauen, Stechen / soll trennen mich und dich;
kein Hunger und kein Dürsten, / kein Armut, keine Pein,
kein Zorn der großen Fürsten / soll mir ein Hindrung sein.

Kein Engel, keine Freuden, / kein Thron, kein Herrlichkeit,
kein Lieben und kein Leiden, / kein Angst und Fährlichkeit,
was man nur kann erdenken, / es sei klein oder groß:
der keines soll mich lenken / aus deinem Arm und Schoß.

Mein Herze geht in Sprüngen / und kann nicht traurig sein,
ist voller Freud und Singen, / sieht lauter Sonnenschein.
Die Sonne, die mir lachet, / ist mein Herr Jesus Christ;
das, was mich singen machet, / ist, was im Himmel ist.
Paul Gerhardt (1607 - 1676)