Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen - Nöte trennen nicht, Nöte verbinden

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Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen
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Die entscheidende Wende
Die entscheidende Frage
Einer gegen alle - und der Eine gewinnt!
Gottes Liebe hat einen Namen
Nöte trennen nicht, Nöte verbinden
Der Blick über die Wolkendecke
Besser für Christus leiden als ohne Christus feiern
Alles zum Besten? 4 Fragen und 4 Antworten
Gebet von Paul Gerhardt
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Nöte trennen nicht, Nöte verbinden

Vielleicht denkt der eine oder der andere, wenn er Paulus so vollmundig daherreden hört: Gut gebrüllt, Löwe! Aber ist das nicht alles nur graue Theorie? Ist das nicht Wunschdenken? Sieht die Wirklichkeit nicht völlig anders aus? Du sagst, mit Gott verbunden kann euch Christen nichts und niemand mehr was anhaben. Du behauptest, ihr seid gegen alle Gefahren gewapp­net. Wenn man dich so jubeln hört, hat man das Gefühl, ihr Christen schwebt auf Wolke sieben, hoch über allen Problemen dieser Welt. Dabei geht es euch doch genauso schlecht wie allen anderen, ihr liegt mindestens so oft auf der Nase: Die Grippewelle macht keinen Bogen um euer Haus; bei der Entlassung von Arbeitskräften werdet ihr nicht übergangen; das Geld ist bei euch so knapp wie anderswo. Und manchmal erwischt es gerade euch Christen besonders hart: Ihr werdet - genau deshalb, weil ihr Christen seid - inhaftiert, gefoltert, erschlagen, verbrannt, zersägt. Und du behauptest: „Gott ist für uns, wer kann uns da noch etwas anhaben?“!

Meinst du, ich hätte das vor lauter Begeisterung vergessen? entgegnet Paulus. Soll ich dir mal sagen, warum ich diesen Abschnitt schreibe? Nicht etwa, weil es uns so gut geht, sondern ge­rade weil es uns so dreckig geht. Ich schreibe ihn, um uns zu ermutigen und unseren Blick neu auf Gott zu lenken.

Wenn irgendeiner den Aufmarsch der gegnerischen Mächte erlebte, dann war es Paulus. Da waren die Anklagen Satans: „Du hast die Gemeinde Gottes verfolgt, du hast Christen dem Henker ausgeliefert. Wie kannst du es wagen, den großen Apostel zu spielen!“ Aber Paulus hielt dagegen: Christus hat mir vergeben. Und er hat mich zum Apostel berufen. Deshalb konnte Paulus seinen Dienst hocherhobenen Hauptes ausführen. Da waren die tausend Nöte, durch die er durchmußte. Paulus hat einmal in einer langen Liste einiges davon aufgezählt - in 2. Korinther 11 und 12. Wenn man diese Aufzählung mit unserem Abschnitt vergleicht, entdeckt man etwas Überraschendes (so überraschend ist es eigentlich gar nicht): Sämtliche Nöte, die er in Römer 8 auflistet, kommen wörtlich genauso auch in seiner persönlichen Leidensliste vor! (Mit einer Ausnahme natürlich - „das Schwert des Henkers“. Aber das wird Paulus auch noch treffen. Alles andere hat er bereits durchgemacht; der 2. Korintherbrief ist - auch wenn er im Neuen Testament hinter dem Römerbrief steht - vor diesem entstanden, etwa 2 Jahre vorher.) Paulus denkt sich da also nicht irgendein gefährliches Abenteuer aus, während er am warmen Ofen sitzt. Er weiß, wovon er spricht! Paulus hat Enttäuschungen erlebt, Entmuti­gungen, Verzweiflung. Es gab Tage in seinem Leben, da gab er sein Leben verloren. In 2. Korinther 1 berichtet er von solch einem Erlebnis: „Wir haben in der Provinz Asien etwas so Schweres mitgemacht, daß wir keinen Ausweg mehr sahen. Es war eine Prüfung, die alle unsere Kräfte überstieg, so daß wir unser Leben verlorengaben. Uns war zumute wie jemand, über den man das Todesurteil gesprochen hatte.“ (Verse 8 und 9a)

Aber damit ist nicht die ganze Erfahrung beschrieben, die Paulus gemacht hat. Er hat zwar alle diese Nöte durchlitten, aber keine einzige Not konnte sich zwischen ihn und Jesus schieben. Nichts konnte ihn von Gottes Liebe trennen, nichts ihm das Vertrauen auf Gott wegnehmen. Im Gegenteil, sein Vertrauen auf Gottes Liebe wurde durch das alles immer noch größer. Dort in 2. Korinther 1 berichtet er weiter: „Dadurch lern­ten wir, nicht auf uns selbst zu vertrauen, sondern auf Gott, dessen Macht so groß ist, daß er sogar die Toten auferwecken kann. Und Gott hat unser Vertrauen nicht enttäuscht: Er hat uns tatsächlich vor dem sicheren Tod gerettet.“ (Verse 9b und 10) Paulus weiß also nicht nur, was er sagt, wenn er schreibt: „Wir sind ständig vom Tod bedroht; man behandelt uns wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind“; er hat auch die Fortsetzung erlebt: „In dem allem tragen wir einen überwältigenden Sieg davon.“ Gott ist für ihn. Gott war in jeder Schwierigkeit bei ihm. Die Nöte haben ihn nicht mißtrauisch gemacht gegenüber Gott; sie haben ihn noch viel enger mit Gott verbunden. Er weiß es jetzt nicht nur vom Hörensagen, sondern aus eigenem Erleben: „Nichts kann mich von Gottes Liebe trennen.“