Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen - Besser für Christus leiden als ohne Christus feiern

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Gottes Liebe hat einen Namen
Nöte trennen nicht, Nöte verbinden
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Besser für Christus leiden als ohne Christus feiern
Alles zum Besten? 4 Fragen und 4 Antworten
Gebet von Paul Gerhardt
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Besser für Christus leiden als ohne Christus feiern

Im Zusammenhang mit den Nöten, von denen wir jetzt schon eine ganze Weile gesprochen ha­ben, stellt sich noch ein besonderes Problem. Paulus betont, daß es sich dabei nicht nur um die Dinge handelt, die jedermann treffen können, die Allerweltsleiden sozusagen - eine Krankheit, ein Unfall, der Verlust der Arbeitsstelle -, sondern ganz speziell auch um Leiden wegen Chri­stus. „Deinetwegen sind wir ständig vom Tod bedroht“, schreibt er. Ja, spielt denn Gott Katz und Maus mit seinen Kindern? Erst schickt er ihnen ein Leiden auf den Hals, und dann bietet er ihnen seine Hilfe an? Da wäre es ja wirklich gescheiter, sich von Christus fernzuhalten! Wenn man ihm die Gefolgschaft verweigert, spart man sich eine Menge Ärger.

Nun, das ist ein Trugschluß, aus zwei Gründen:

1. Nicht Christus verschafft uns die Leiden, sondern die Christus-lose Welt. Mit Christus in Beziehung treten heißt im gleichen Atemzug: die Beziehung zur Welt abbrechen. In Jakobus 4,4 heißt es: „Freundschaft mit dieser Welt bedeutet Feindschaft mit Gott.“ Mit anderen Wor­ten: Freund Gottes und Freund der Welt - das geht nicht. Wer Gottes Liebe erleben will, muß bereit sein, auf die Liebe der Welt zu verzichten. Und das will die Welt nicht akzeptieren. Wis­sen Sie, die Welt liebt uns auch - auf eine pervertierte Weise. Die Offenbarung stellt das unter dem Bild der großen Hure Babylon dar, die alle Herrscher dieser Erde zu ihren Liebhabern hat. Wenn wir ihr den Rücken kehren, wird sie eifer-süchtig. Vielleicht verlegt sie sich zu­nächst aufs Locken (die Offenbarung spricht von ihrem verführerischen Zauber, mit dem sie alle Völker in die Irre leitet). Wenn das nicht hilft, greift sie uns frontal und brutal an und kratzt uns die Augen aus. Die Christen im Römischen Reich versuchte man erst zu locken: ““Nur 1 Körnchen Weihrauch in die Schale für den göttlichen Kaiser! Was macht das schon! Wer merkt das schon?“ Aber wenn alles gute Zureden nichts nutzte, kehrte die Staatsmacht die nackte Gewalt heraus und warf die uneinsichtigen Starrköpfe den wilden Tieren in der Arena vor oder machte lebende Fackeln aus ihnen. Wer ver-schafft also den Christen ihre Nöte? Ist es Christus? Es sind die Gegner Christi!

Christen müssen leiden, weil sie sich zu Jesus stellen.
Wäre es dann besser, sich von Jesus fernzuhalten?

Nein, denn

das Leiden fügt uns nicht Christus zu, sondern die Christus-feindliche Welt;

wer sich von Christus trennt, hat Gott gegen sich, und das ist ein viel schlimmeres Leid.


2. Es ist ein Trugschluß zu meinen, man könne sich durch das Fernhalten von Christus Schwierigkeiten ersparen. Man stellt sich damit ja gegen Gott - und was das bedeutet, darüber haben wir bereits gesprochen. Wenn die Welt dein Freund ist, ist Gott dein Feind. Wenn die Welt für dich ist, hast du Gott gegen dich. Und was hast du dann von allen deinen Freundschaf­ten? Wer Gott nicht bei sich hat, ist einsam, und wenn er von allen seinen Famili­enangehörigen und von seinen liebsten Freunden umgeben wäre. Wer Gott nicht bei sich hat, ist ratlos, und wenn er alle klugen Ratgeber um sich geschart hätte. Wer hilft ihm, mit seiner Schuld fer­tigzuwerden? Wer nimmt ihm die Sorge ab, was am nächsten Tag auf ihn zukommt? Und na­türlich gilt auch das Umgekehrte: Wer Gott auf seiner Seite hat, der ist nie mehr allein, auch nicht als Lediger oder Witwer, auch nicht im Alter, auch nicht in schwerer Krankheit, auch nicht, wenn kei­ner ihn versteht. Wer Gott auf seiner Seite hat, der ist nie mehr ohne Rat und Hilfe, nicht vor schwerwiegenden Entscheidungen, und vor allem nicht, wenn es darum geht, mit Schuld fer­tigzuwerden.

Zu Christus kommen ist ein bißchen wie eine Heirat. Man sagt ja etwas spöttisch: In der Ehe bekommt man Probleme, die man allein nie gehabt hätte. Stimmt, die neue Beziehung schafft neue Lebensumstände und damit neue Herausforderungen. Aber wer seine Frau liebt, wird diese Schwierigkeiten gern auf sich nehmen, und er käme nie auf die Idee, ihr dafür die Schuld zu geben. Schließlich hat er ja die Liebe dieser lieben Frau gewonnen, und eine tüchtige Frau, heißt es in den Sprüchen, ist „das kostbarste Juwel, das einer finden kann.“ (Sprüche 31,10) Ge­nauso ist es bei der Umkehr zu Jesus. Ich werde ein freier Mensch, und gleichzeitig trägt mir das Probleme ein, die ich vorher nicht hatte. Aber wer Jesus einmal kennengelernt hat, weiß, daß seine Liebe wertvoller ist als alles andere. Dafür lohnt es sich, alles in Kauf zu nehmen. Ich denke, etwas in dieser Richtung wollte Jesus mit den beiden  Geschichten vom Schatz im Ac­ker und vom Kaufmann mit der Perle sagen (Matthäus 13,44-46). Der Schatz im Acker und die kostbare Perle waren den beiden Männern so viel wert, daß sie dafür alles verkauften, was sie besaßen. Wie unklug! würde vielleicht ein Nachbar oder ein Geschäftskollege sagen, wie un­überlegt! Aber damit beweisen sie nur, daß sie den Wert der Perle noch gar nicht gecheckt haben. Von Jesus geliebt zu werden ist das Beste, was einem passieren kann. „Wenn ich nur dich habe, frage ich nichts nach Himmel und Erde“, heißt es in Psalm 73,25. Paulus kommt mir wie dieser Kaufmann vor; er hat begriffen, wie wichtig es für sein Leben ist, daß Gott ihn liebt. Daneben verblaßt alles andere. Gott liebt mich! Was will ich mehr? Was frage ich da noch nach anderen Schätzen? Was kümmern mich da noch Anfeindungen? Paulus ist trotz aller äußeren Belastungen und Bedrohungen in seinem tiefsten Inneren zur Ruhe gekommen, weil er weiß, daß Gott ihn liebt und daß nichts ihn je von Gottes Liebe trennen kann.

Vom ER zum DU:

Je konkreter die Not, desto konkreter die Erfahrung Gottes Liebe.

Je größer das Leid, desto enger die Verbindung mit Gott.

Im übrigen haben die Schwierigkeiten, die man sich in der Nachfolge Jesu einhandelt, einen ganz besonderen Effekt: Sie bringen uns noch näher zu ihm! Es scheint fast ein bißchen so, als könne man die Liebe Gottes nicht erfahren ohne die gleichzeitige Erfahrung von Verfolgung und Nöten wegen Gott. Oder vorsichtiger ausgedrückt: Je größer die Nöte, desto tiefer das Bewußtsein der Nähe und Liebe Gottes, desto enger die Verbindung mit ihm. Man denke nur an die vielen Berichte von Christen in Not: in Krankheit, im Krieg, in Gefangenschaft. Man denke an das, was der große israelitische König David in seinem Hirtenpsalm bezeugt, in Psalm 23: „Und wenn es auch durch ein dunkles Tal geht, fürchte ich mich nicht, denn du bist bei mir.“ (Vers 4) Bis dahin spricht David in diesem Psalm von Gott in der dritten Person: „Der Herr ist mein Hirte. Er weidet mich auf saftigen Wiesen und führt mich zu frischen Quellen.“ Aber dann, wie er zu den Schwierigkeiten kommt, wechselt er über zum Du: „Du bist bei mir.“ Ist das nicht erstaunlich? Umgekehrt wäre es viel nahe liegender, viel logischer. Solange es David gut geht, wird er sagen: Du, mein Herr, bist mein Hirte; du weidest mich auf saftigen Wiesen und führst mich zu frischen Quellen; bei dir habe ich es soo gut. Aber dann - so würde er fortfahren - begannen die Probleme, dann ließ Gott mich in ein dunkles Tal geraten, und da wurde er mir fremd. Ja, wenn man die Sache theoretisch betrachtet, könnte man auf die Idee kommen, Leiden wegen Jesus führen weg von Jesus. Praktisch jedoch ist das Ggteil der Fall: Leiden wegen Jesus binden uns noch enger an Jesus. Es ist beinahe so etwas wie ein mathematisches Gesetz: Je theoretischer die Nöte, desto theoretischer die Erfahrung der Liebe Gottes, und je konkreter die Nöte, desto konkreter die Erfahrung der Liebe Gottes.