Wie groß ist ein Drache? - Absolute Gegensätze
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Absolute Gegensätze
An dieser Stelle erlaube ich mir einen kleinen Einschub (und jetzt wird's doch noch einmal ein bisschen theologisch): Das Gesagte gilt in gewisser Hinsicht auch für das Antonympaar
gut-böse (ohne deshalb aus Gut Böse machen zu wollen, wovor Jesaja 5,20 warnt: „Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Schwarz Weiß und aus Weiß Schwarz machen, aus Sauer Süß und aus Süß Sauer!“). „Gut“ im absoluten Sinn ist nur Gott, „böse“ im absoluten Sinn nur Satan. Bezogen auf das Gegensatzpaar Gott-Satan sind gut und böse tatsächlich komplementär, d. h. sie schließen sich gegenseitig aus. Gott ist ausschließlich gut („er kann nicht zum Bösen verführt werden und verführt auch niemand dazu“, Jakobus 1,13), Satan ausschließlich böse (“der Vater der Lüge“, Johannes 8,44). Bei uns Menschen dagegen ist gut und böse abgestuft; es ist graduierend zu verstehen. Deshalb können in der Bibel so unterschiedliche, gegensätzliche Aussagen nebeneinander stehen wie: „Alle Menschen sind böse“ und (vor allem in den Psalmen): „Herr, ich bin unschuldig, rette mich vor den bösen Menschen!“
Verglichen mit Verbrechern kann ein bestimmter Mensch gut sein, verglichen mit Christus ist er böse. Bezogen auf ein bestimmtes Geschehen können wir tatsächlich unschuldig sein; vor Gott, der unser gesamtes Leben beurteilt, sind wir trotzdem schuldig und brauchen seine Vergebung. Gemessen an den Mitmenschen mag jemand gut sein, gemessen an Gott ist er böse.