Schwert oder Frieden – was hat Jesus gebracht? - Entzweiung wegen Jesus ...

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Schwert oder Frieden – was hat Jesus gebracht?
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Einschub: Krieg verboten?
Was heisst denn: Ich bringe das Schwert?
Frieden, indem Gott den Vorrang erhält
Entzweiung wegen Jesus ...
... bis zur Verfolgung
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Entzweiung wegen Jesus ...

Nun, wenn alle das so sehen würden, gäbe es da keinerlei Probleme. Wir alle hätten eine harmonische Beziehung zu Gott und harmonische Beziehungen zueinander. Wir hätten Frieden mit Gott und Frieden untereinander. Das sehen aber nicht alle so! Diese Welt ist keine gute Welt; die Menschen sind keine guten Menschen. Die meisten wollen nichts von Gott wissen. Sie wollen sich ihm nicht unterstellen. Sie fragen nicht nach seinen Plänen. Sie wollen nicht hören, dass sie vor ihm schuldig geworden sind. Sie schauen nach links und nach rechts, sie versuchen mit ihrer Familie klarzukommen und mit ihren Nachbarn und Kollegen, aber sie schauen nicht nach oben - vielleicht, weil sie nicht wissen, dass es da oben noch jemand gibt, vielleicht aber auch gerade, weil sie es wissen!

Deshalb redet Jesus so provokativ. Er will seine Zuhörer aufrütteln, damit sie Stellung beziehen. Ihr wollt Frieden? Dann müsst ihr euch als erstes um Frieden mit Gott bemühen. Frieden mit der Familie ist wertvoll, aber eines Tages hat es damit ein Ende. Die Beziehung zu Gott ist eine Beziehung für die Ewigkeit. Wenn die Beziehung zu Gott nicht geklärt ist, ist das Schuldproblem nicht gelöst. Und dann werdet ihr die Ewigkeit ohne Gott verbringen. Für immer von Gott getrennt - das nennt die Bibel Hölle. Für immer mit Gott verbunden - das nennt die Bibel Himmel. Und deshalb ist die Beziehung zu Gott wichtiger als jede andere Beziehung.

Jesus hat zur Veranschaulichung die Familie ins Spiel gebracht. Nehmen wir mal an, eine ganze Familie hört gemeinsam die Aufforderung von Jesus: „Folgt mir nach!“ Der Sohn begreift den Ernst der Lage, begreift, dass er Jesus braucht, möchte Frieden mit Gott schließen und legt sein gesamtes Leben in die Hände von Jesus. Der Vater ist ebenfalls aufgefordert, aber er macht nicht mit. Er ist zu stolz, er ist nicht bereit, seine Vergangenheit zu bereinigen und seine Zukunft unter Gottes Führung zu stellen. Er lehnt ab. Bei seiner Frau ist es genau umgekehrt. Sie ist sofort von der Wahrheit des Evangeliums überzeugt: So klar wie Jesus hat sie noch nie jemand von Gott, dem Vater im Himmel, reden gehört. Die Tochter dagegen ist sich schnell im klaren, dass sie einiges in ihrer Lebensführung ändern müsste, und das passt ihr nicht; sie komplimentiert Jesus aus ihrem Leben hinaus. Fazit: Zwei stehen (bildlich gesprochen) auf und gehen mit Jesus davon; zwei bleiben sitzen (das sind jetzt buchstäblich die „Sitzenbleiber“).

Mit einem Mal läuft ein Riss durch die Familie! Vorher waren sie sich alle mehr oder weniger einig. Man lebte gut bürgerlich und ziemlich anständig. Man tat Recht und scheute niemand. Man hatte Frieden untereinander. Doch dann wird die Familie mit Jesus konfrontiert, und plötzlich ist sie entzweit. Bei der wichtigsten Sache des Lebens entscheidet der eine so und der andere so. Für den Ehemann sind immer noch Frau und Kinder das höchste Gut, die wichtigsten Bezugspersonen. Bei der Ehefrau hat Jesus den ersten Platz übernommen.

Genau das meint Jesus, wenn er sagt: „Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!“ Natürlich liegt Jesus nichts an der Entzweiung. Natürlich will er keinen Streit in die Familie tragen. Natürlich will er bestehende gute Beziehungen nicht vergiften. Aber die Entzweiung ist unvermeidlich, weil der eine sich für Jesus entscheidet und der andere gegen ihn.

Wo Menschen mit Jesus konfrontiert werden, sind sie vor die Wahl gestellt. Sie müssen sich entscheiden - für ihn oder gegen ihn. Und nicht alle entscheiden gleich. Die einen werden ihn annehmen, die anderen werden ihn ablehnen. So kommt es, dass die Begegnung mit dem Friedensbringer schlechthin zu Streit und Entzweiung führt.

Eine interessante kleine Beobachtung: Wenn ein Mensch Jesus in sein Leben einlässt, macht er die Schwert-Erfahrung nicht nur mit seiner Umgebung, sondern auch in sich selbst. Er wird feststellen, dass manche Freunde gegen seine Entscheidung protestieren. Aber er wird auch entdecken, dass in ihm selbst einiges gegen Gott rebelliert. Wie heißt es in Hebräer 4,12f? „Gottes Wort ist lebendig und voller Kraft. Das schärfste beidseitig geschliffene Schwert ist nicht so scharf wie dieses Wort, das Seele und Geist und Mark und Bein durchdringt und sich als Richter unserer geheimsten Wünsche und Gedanken erweist. Kein Geschöpf ist vor Gott verborgen; alles liegt offen und ungeschützt vor den Augen dessen da, dem wir Rechenschaft geben müssen.“ Die christliche Botschaft sorgt im Innersten des Menschen für Aufruhr, sie löst einen Krieg der Gedanken und Gefühle aus. Die Bibel ist ein Schwert, das Gut und Böse trennt. Wer sich Gott öffnet, in dem beginnt ein lebenslanger Kampf zwischen dem, was Gott gefällt, und dem, was unserer eigensüchtigen Natur gefällt. Und jedes Mal, wenn wir uns bewusst auf die Seite Gottes stellen, erleben wir neu den wundervollen Frieden, den er uns gebracht hat, den Frieden, der auf Vergebung und Versöhnung beruht (Kolosser 1,20).