Schwert oder Frieden – was hat Jesus gebracht? - ... bis zur Verfolgung

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Schwert oder Frieden – was hat Jesus gebracht?
Friede...
... Schwert: ein Gegensatz
Einschub: Krieg verboten?
Was heisst denn: Ich bringe das Schwert?
Frieden, indem Gott den Vorrang erhält
Entzweiung wegen Jesus ...
... bis zur Verfolgung
Die Liebe zu Gott verbindet
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... bis zur Verfolgung

Übrigens: Ist Ihnen aufgefallen, wie ehrlich Jesus mit seinen Jüngern ist? Er möchte doch, dass sie zu ihm halten und für ihn eintreten, aber er verschweigt ihnen nicht, dass das kein Zuckerschlecken wird. Ihr meint, alle werden mit fliegenden Fahnen zu euch überlaufen, wenn ihr ihnen das Evangelium verkündet? Da habt ihr euch geschnitten. Widerstand werdet ihr erleben und Ablehnung, Hass und Verfolgung. „Menschen werden ihre nächsten Angehörigen dem Henker ausliefern: der Bruder den Bruder und der Vater sein Kind; und auch Kinder werden sich gegen ihre Eltern stellen und sie töten lassen. Um meines Namens willen werdet ihr von allen Menschen gehasst werden. Wer aber bis ans Ende standhaft bleibt, wird gerettet.“ (Matthäus 10,21f) Ihr werdet nicht auf allgemeine Zustimmung stoßen, es wird nicht zur großen Verbrüderung aller Menschen kommen, nein, ihr werdet erleben, wie meine Botschaft Kontroversen auslöst, Entfremdung, Spaltungen, Unfrieden. Dem Frieden geht das Schwert voraus.

Christen haben durch alle Jahrhunderte hin und in unserer modernen Zeit mehr als je zuvor Ablehnung erfahren. Sie müssen den Verlust des Arbeitsplatzes ertragen, Verstoßung und Enterbung durch die Familie, Ächtung durch die Gesellschaft und schließlich den Märtyrertod. Wir hier im ehemals christlichen Abendland stellen eine ganz untypische, glückliche Ausnahme dar.

Aus der Zeit der Christenverfolgung in den ersten Jahrhunderten der Gemeinde von Jesus gibt es zahlreiche sogenannte „Märtyrerakten“. Ein besonders bewegender Bericht ist der über die Hinrichtung von Perpetua in Karthago, 203 n. Chr. Es ist erschütternd zu lesen, wie ihr Vater versucht, ihre Standfestigkeit zu brechen, und es zeigt, wie die natürliche Liebe eines Kindes zu seinen Eltern eine noch größere Anfechtung bedeuten kann als die Todesfurcht.

„Als ... mein Vater in seiner Liebe nicht aufhörte, mir zuzureden, um mich zum Abfall zu bringen, da sagte ich: ‚Siehst du dieses Gefäß hier, ein Krüglein oder was es ist?' Er antwortete: ‚Ich sehe es.' Darauf sagte ich: ‚Kann man es wohl anders nennen, als was es ist?' Und er sagte: ‚Nein.' - ‚So kann ich mich auch nicht anders nennen, als was ich bin, eine Christin.' ... Nach einigen Tagen ging das Gerücht, wir sollten verhört werden. Es kam aber aus der Stadt mein Vater, ganz vom Gram verzehrt; er stieg zu mir hinauf, um mich zu Fall zu bringen. Er sagte: ‚Tochter, erbarme dich meiner grauen Haare, erbarme dich deines Vaters, wenn du mich noch für wert hältst, dein Vater zu heißen! Wenn ich dich mit diesen Händen zu solcher Blüte des Alters aufgezogen habe, so gib mich nicht dem Spotte der Menschen preis! Blicke auf dein Brüder, blicke auf deine Mutter, blicke auf dein Kind, das nach deinem Tode nicht wird fortleben können! Beuge deinen Sinn, richte uns nicht alle zugrunde ...' Das sage er in seiner väterlichen Liebe. Er küsste mir die Hände, warf sich zu meinen Füßen nieder und nannte mich unter Tränen nicht mehr Tochter, sondern Frau. Mich schmerzte das Schicksal meines Vaters, dass er allein von meiner ganzen Familie sich über meine Leiden nicht freuen würde.' (H. D. Stöver, Christenverfolgung im Römischen Reich, Düsseldorf 1982, Seiten 152f)

Übrigens: Jesus hat die Ablehnung durch die Familie nicht nur seinen Jüngern angekündigt; er hat sie am eigenen Leib erlebt. „Seine eigenen Brüder glaubten nicht an ihn“, heißt es in Johannes 7,5. In Matthäus 13,57 sagt Jesus: „Ein Prophet gilt nirgends so wenig wie in seiner Heimatstadt und in seiner eigenen Familie.“ Und in Markus 3,20f wird berichtet, dass seine Angehörigen einmal versuchten, ihn mit Gewalt nach Hause zu holen, weil sie überzeugt waren, dass er den Verstand verloren hatte! Ist das nicht beinahe unbegreiflich? Der edelste, glaubwürdigste, liebevollste Mensch, den es je gegeben hat, wird von seinen eigenen Verwandten für verrückt erklärt? Wir denken immer: Ach, wenn Jesus doch persönlich hier wäre! Dann wären alle bestimmt in Nullkommanichts überzeugte Christen. Ich wäre mir da nicht so sicher. Die Brüder und Schwestern von Jesus hatten alle Möglichkeiten, ihn zu beobachten, sich von seiner Autorität und Aufrichtigkeit zu überzeugen - und doch lehnten sie ihn ab.