Über den eigenen Schatten springen - Warum gerade Petrus?

Beitragsseiten
Über den eigenen Schatten springen
Eine unwillkommene Einladung
Petrus muss über den Graben geschubst werden
Warum gerade Petrus?
Das große Umdenken ...
... im Blick auf das Alte Testament
... und im Blick auf Gottes Volk
Alle Seiten

Warum gerade Petrus?

Kleine Zwischenfrage: Wieso mußte es eigentlich gerade Petrus sein, der Kornelius das Evangelium verkündete? War das von Gott nicht ein bißchen umständlich inszeniert? Extra jemand von so weit her kommen lassen (von Joppe nach Cäsarea sind es nicht weniger als 10 Stunden Fußmarsch!), wo es doch in Cäsarea schon seit längerer Zeit Christen gab! Philippus z. B. wohnte dort, der das Gespräch mit dem Finanzminister aus Äthiopien geführt hatte. Philippus hätte Kornelius doch bestimmt ebensogut alles Nötige erklären können.
Nun, Petrus war eben nicht irgendwer. Petrus war der Anführer der Apostel, der erste unter den zwölf Jüngern. Jesus selbst hatte ihm diese Stellung verliehen: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen“ (Matthäus 16,18). Und noch etwas hatte Jesus ihm versprochen: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben“ (16,19). Petrus sollte der sein, der das Himmelreich für andere aufschloß. Und das hat er denn auch getan. Zu Pfingsten hielt er in Jerusalem vor Festbesuchern aus aller Welt eine gewaltige Predigt und schloß damit den Juden die Tür zu Jesus auf. Einige Zeit später reiste er nach Samaria zu denen, die bereits das Evangelium gehört hatten, betete mit ihnen und legte ihnen die Hände auf, so daß sie den Heiligen Geist bekamen, und so schloß er den Samaritanern die Tür auf. Und jetzt schickt ihn Gott zu Leuten, die auf der anderen Seite des Grabens leben, damit er auch ihnen die Tür ins Reich Gottes aufschließt. Petrus hat sein Schlüsselamt gut verwaltet.
Aber wenn man sich's genau überlegt, dann war es eigentlich gar nicht Petrus, der die Türen aufschloß; es war Gott selbst! Hier in Cäsarea ist es mit Händen zu greifen: Petrus steht vor dem Tor und will nicht hinein. Er weigert sich. Er begreift nicht. Gott muß ihm einen Stoß geben, und noch einen, und noch einen, und noch einen, bis er schließlich den Schritt über die Schwelle macht. Im Grunde schließt Gott selbst auf; Petrus muß nur noch hinter ihm her marschieren und offene Türen einrennen. Gott macht ihm (mit Hilfe der Visionen und der himmlischen Stimme) alles so unmißverständlich klar, daß Petrus nur noch eins und eins zusammenzählen muß. Gott stellt ihn vor so ein erwartungsvolles Publikum, daß Petrus nur noch den Mund aufzumachen und das Evangelium zu predigen braucht, und schon sind seine Zuhörer überzeugt. Gott gießt seinen Geist in so offensichtlicher Weise auf die Heiden aus, daß Petrus nur noch das Zeichen der Taufe dazufügen muß. Angesichts von all dem, was Gott getan hat, kann er am Ende nur sagen: „Wie hätte ich mich Gott in den Weg stellen können?“ (Apg. 11,17)