Gleicher Lohn für alle!? - Macht Liebe neidisch?

Beitragsseiten
Gleicher Lohn für alle!?
An einem Tag wie jeder andere ...
... steht plötzlich alles Kopf
Wer sich für gesund hält, geht nicht zum Arzt
Macht Liebe neidisch?
Das Päckchen für dich, das Paket für mich
Liebe lässt sich nicht halbieren
Wir wollen das, was wir schon haben!
Sieh doch, das Gute liegt so nah!
Alle kriegen was zu hören
Wer bei Gott Karriere macht ... und wer nicht
Alle Seiten

Macht Liebe neidisch?

Soviel zur ersten Auffälligkeit: Die Letzten bekommen viel zu viel Lohn! Und jetzt noch zum zweiten Punkt, der fast genauso auffällig ist: dass die Ersten ihren Lohn erst nach den Letzten ausgezahlt bekommen. War das nötig? Ja, das war nötig. Das war gewissernmaßen der Trick, mit dessen Hilfe ans Licht kam, was die ersten von Gottes Güte hielten. Und das ist eben der zweite Punkt, den Jesus uns lehren will: Gottes Güte ist bei uns Menschen oft gar nicht so willkommen, wie wir meinen. Sie wirft liebgewordene Vorstellungen über den Haufen. Sie fordert ein radikales Umdenken.

Was wäre denn passiert, wenn die Ersten ihren Denar als erste bekommen hätten? Gar nichts wäre passiert! Sie hätten sich bedankt, hätten einen tiefen Bückling gemacht, hätten sich gefreut, dass der Gutsbesitzer sie nicht übers Ohr gehauen hat, und wären zufrieden abgezogen. Ein gerechter Mann, hätten sie gesagt; hält sich an seine Abmachungen. Von dem lassen wir uns gern wieder anheuern.

Aber jetzt, angesichts der Letzten, deren Lohntüte genauso voll ist wie ihre eigene? Entrüstung! Wut! Aufbegehren! „Gerecht will der sein? Gibt denen genauso viel, die den lieben langen Tag Däumchen gedreht haben? 12 Stunden lang haben wir uns den Rücken krumm geschuftet, und was haben wir davon? Wir werden nachträglich noch dafür bestraft!“ Richtig bedrohlich wird die Situation. Von wildem Streik würde man heute sprechen, von einer unbewilligten Demonstration für höhere Löhne.

Da tritt der Gutsbesitzer auf den Wortführer der Gruppe zu. „Mein Freund“, sagt er zu ihm, „ich tu dir kein Unrecht. Hattest du dich mit mir nicht auf einen Denar geeinigt? Nimm dein Geld und geh! Ich will nun einmal dem Letzten hier genauso viel geben wie dir. Darf ich denn mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will?“ Hast du irgendeinen Nachteil davon, dass ich den Letzten genauso viel gebe wie dir? Habe ich dich unfair behandelt, habe ich dir etwas vorenthalten, was dir zusteht? Hast du unter meiner Güte zu leiden? Nein? Wieso dann dieser wütende Protest? „Bist du etwa neidisch, weil ich so gütig bin?“