Heilung auf Raten - Wie Jesus sich als Sohn Gottes in unserer Welt eingeführt hat

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Heilung auf Raten
Die Freunde des Gelähmten: vorbildlich in ihrem Glauben
Die Gesetzeslehrer: fromme Spitzel mit unheiligen Motiven
Jesus Christus: der Interessanteste von allen
1. Lektion: Zwischen Krankheit und Sünde besteht ein Zusammenhang
2. Lektion: Sünde ist schlimmer als Krankheit; Vergebung ist wichtiger als Heilung
3. Lektion: Jesu eigentlicher Auftrag
4. Lektion: Wie Jesus als Seelsorger handelt
5. Lektion: Was gehen Jesus die Sünden anderer Menschen an?
Wie Jesus sich als Sohn Gottes in unserer Welt eingeführt hat
Zwei mögliche Schlussfolgerungen
Die zweite Rate der Heilung
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Wie Jesus sich als Sohn Gottes in unserer Welt eingeführt hat

Sehen Sie, das ist auch so etwas, was ich an Jesus faszinierend finde - die Art, wie er sich in dieser Welt eingeführt hat, wie er uns beigebracht hat, dass er mehr ist als nur ein Mensch. Er hat sich nicht einfach vor den Menschen aufgepflanzt und gerufen: „Alle mal herhören! Vor euch steht der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Das hätte ihm so schnell keiner abgekauft.
  • Statt dessen hat Jesus begonnen, ihnen vom Reich Gottes zu erzählen - so klar und so tief, dass sie ins Grübeln kommen mussten: Woher weiß der das nur alles? Stammt er am Ende selbst aus Gottes Welt?
  • Und er hat Wunder getan - Brote vermehrt, Stürme gestillt, Kranke geheilt, Tote auferweckt -, so außergewöhnliche Wunder, dass die Leute sich fragen mussten: Woher hat er nur diese Macht? Besitzt er denn die Schöpferkraft Gottes?
  • Und er hat drei Jahre lang unter ihnen gelebt. Er hat sich ganz bewusst ihren prüfenden Blicken ausgesetzt, hat sich mit ihnen unterhalten, mit ihnen gegessen, bei ihnen gewohnt. Sie konnten ihn von allen Seiten ausleuchten. Gab es da nicht doch auch ein paar Dunkelstellen? Lagen nicht auch bei ihm ein paar Leichen im Keller? Vergriff er sich nie im Ton? Ließ er es nie an der nötigen Liebe fehlen? Behandelte er niemand je ungerecht? Nein, nie. Und die Leute mussten zu dem Schluss kommen: Hier lebt einer in unserer Mitte, der ist anders als wir alle. Bei ihm klafft keine Lücke zwischen dem, was er sagt, und dem, was er tut. An seine Liebe, an seine Aufrichtigkeit, an seinen Gerechtigkeitssinn, an seine Reinheit kommt keiner von uns heran. 
Das ist die Art, wie Jesus sich als Sohn Gottes in unserer Welt eingeführt hat. Nicht mit markigen Sprüchen, sondern mit beharrlicher Überzeugungsarbeit. Und diese eine überraschende Aussage in unserer Geschichte gehörte auch dazu: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“

Ich denke mal, nicht alle haben sofort begriffen, dass Jesus mit diesem Satz die Tür zur vertikalen Dimension aufstieß. Aber eine Gruppe unter den Zuhörern hat es sehr wohl und sehr rasch gecheckt: die Gesetzeslehrer, die Herren Theologen. Na ja, das war ja auch ihr Job, sie befassten sich ja tagaus, tagein mit der Welt Gottes. Und sie empfanden sofort: Jetzt hat Jesus etwas gesagt, was nur Gott sagen darf. Jetzt ist er zu weit gegangen. Jetzt hat er sozusagen die Horizontale verlassen und maßt sich an, in die Vertikale hinaufzusteigen. „Niemand kann Sünden vergeben außer Gott.“ Recht haben sie. Sünden zu vergeben steht nur Gott zu.