„Herzlichen Glückwunsch!“ - Jesus Christus - der Himmelreichsbürger par excellence

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„Herzlichen Glückwunsch!“
Selig??
Erstes Stichwort: Gottes Reich
Jesus Christus - der Himmelreichsbürger par excellence
Gottes Reich ist anders
Drei kleine Beobachtungen
Zweites Stichwort: Die Belohnung
Was Belohnung bedeutet
Zum Schluss: Bin ich ein Stück Nacht, oder bin ich ein Stern?
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Jesus Christus - der Himmelreichsbürger par excellence

Gibt es denn solche Menschen? Die Bibel sagt doch: „Alle haben gesündigt, und in ihrem Leben kommt Gottes Herrlichkeit nicht mehr zum Ausdruck.“ (Römer 3,23) Gibt es in Gottes Reich also keinen einzigen Untertan? Doch, es gibt einen, einen einzigen: Jesus Christus. Hören Sie einmal, was Jesus von sich selbst gesagt hat!
  • „Wer von euch kann behaupten, ich hätte je eine Sünde begangen?“ (Johannes 8,46)
  • „Es geht mir nicht um meinen eigenen Willen, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ (Johannes 5,30)
  • „Meine Nahrung ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat.“ (Johannes 4,34)
  • „Nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ (Matthäus 26,39)
  • „Ich handle nicht allein, sondern in Übereinstimmung mit dem, der mich gesandt hat, dem Vater.“ (Johannes 8,16)
  • „Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun; er tut nur, was er den Vater tun sieht.“ (Johannes 5,19)
  • „Ich tue nichts von mir selbst aus, sondern sage das, was mich der Vater gelehrt hat.“ (Johannes 8,28)
  • „Was ich sage, ist nicht mein Wort; ihr hört das Wort des Vaters, der mich gesandt hat.“ (Johannes 14,24)
Vielleicht denken Sie jetzt: Dieser Jesus war ja fremdbestimmt; der muss wie eine Marionette gewesen sein, wie ferngesteuert. Ich würde sagen: Jesus war sehr klug. Er holte sich Rat und Kraft bei dem, der Rat und Kraft im Überfluss hat. Wenn ich mit dem Auto zum ersten Mal nach Zürich reinfahre und den Hauptbahnhof suche, wie mach ich das am besten? Ich werde mich hüten, nach Wegweisern Ausschau zu halten! Sobald ein Schild auftaucht, blicke ich bewusst zu Boden. Schließlich will ich mich nicht von anderen beeinflussen lassen. Meinen Weg suche ich mir noch immer selbst (und es ist mir egal, ob ich mich dabei gehörig verfahre).  Möglichst eigenständig, lautet meine Devise. Ganz schön blöd, denken die Leute. Wo er doch so einfach von Wissen und Erfahrung anderer profitieren könnte!

Nun, Jesus ließ sich tatsächlich von niemand beeinflussen - außer von einem einzigen, von Gott. Und deshalb war in der Person von Jesus das Reich Gottes sozusagen vollkommene Wirklichkeit geworden. In seiner Person hatte Gott jemand, bei dem er seine gute Herrschaft in perfekter Weise verwirklichen konnte.

In Lukas 17,20.21 wird uns von einer ziemlich ungewöhnlichen Aussage Jesu berichtet. Die Pharisäer fragten ihn, wann das Reich Gottes kommt. Darauf gab Jesus ihnen zur Antwort:

„Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Anzeichen erkennen kann. Man wird auch nicht sagen können: Seht, hier ist es! oder: Es ist dort! Nein, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“

Das Reich Gottes war mitten unter ihnen! Wo war es denn? Es stand vor ihnen in der Person von Jesus Christus! Wo er war, war Reich Gottes. Wo er wirkte, breitete sich Reich Gottes aus. Wer sich ihm anschloss und sich wie er ganz der Herrschaft Gottes unterstellte, wurde Mitglied des Reiches Gottes.

Wo Jesus ist, ist Gottes Reich

Darf ich an der Stelle nochmals mit aller Deutlichkeit sagen: Zugang zu diesem Reich bekommt nur der, der sich Jesus Christus anschließt. „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er nicht ins Reich Gottes hineinkommen.“ Das hat Jesus selbst gesagt, in der berühmten Diskussion mit Nikodemus (Johannes 3,3.5) Von neuem geboren wird man, wenn man sich von Jesus neues Leben, ewiges Leben schenken lässt. Gottes Reich ist nur dort, wo Menschen ihr Leben Jesus Christus öffnen und sich auf eine persönliche Beziehung mit ihm einlassen.

Aus eins mach viele

Jesus hat immer wieder Bildergeschichten erzählt, um seinen Zuhörern zu erklären, wie es zugeht, wenn Gott regiert. In Matthäus 13,31,32 steht folgendes Gleichnis:

„Mit dem Himmelreich ist es wie einem Senfkorn, das ein Mann auf sein Feld sät. Es ist zwar das kleinste aller Samenkörner. Aber was daraus wächst, ist größer als alle anderen Gartenpflanzen. Ein Baum wird daraus, auf dem die Vögel sich niederlassen und in dessen Zweigen sie nisten.“

Kleinste Anfänge und am Ende riesige Ausmaße!
  • Am Beginn des Reiches Gottes steht Jesus. „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!“ „Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Das war, als Jesus auf der Erde lebte.
  • Und was geschah seither? Menschen kehrten um, schlossen sich Jesus an, unterstellten sich Gottes Herrschaft. Aus ihnen baute Jesus eine neue Gemeinschaft auf, seine Gemeinde. Das Reich Gottes ist gewachsen. Überall, wo Christen sind, herrscht Gott; überall, wo Gemeinde ist, ist Reich Gottes. So ist es gegenwärtig, zwischen Jesu Auferstehung und Himmelfahrt und seiner Wiederkunft.
  • Und dann? Wenn Jesus wiederkommt und einen neuen Himmel und eine neue Erde errichtet, wird sein Reich endgültig ein universales Reich sein (1. Korinther 15,24-28). Dann werden alle Menschen und überhaupt alle Geschöpfe anerkennen, dass Gott der Herr ist. „Vor Jesus werden sich einmal alle auf die Knie werfen, alle, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind. Alle werden anerkennen, dass Jesus Christus der Herr ist, und werden damit Gott, dem Vater, die Ehre geben.“ (Philipper 2,10.11)
(Das bedeutet allerdings nicht, dass alle dann Christen sind. Zum Christwerden gehört die Entscheidung; zum Christsein gehört das Vertrauen, das Glauben ohne Schauen. Solange es noch verschiedene Herrscher und verschiedene Reiche gibt, muss man sich entscheiden, wem man dienen will. Aber am Ende der Zeit gibt es das Reich des Teufels nichts mehr, es gibt nur noch Gottes Reich. Der Herr dieser Welt hat abgedankt; er wurde von seinem Thron gestürzt. Niemand wird dann mehr überlegen müssen, zu wem er halten soll - es gibt nur noch den einen Gott und den einen Herrn. Eine Entscheidung für Gott und gegen die Götter, wie sie für den Glauben und die Rettung grundlegend ist, ist dann hinfällig geworden.)

Niedergang und Aufschwung - die zwei Seiten einer Medaille

Kommen wir nochmals auf das Hier und Heute zurück. Gegenwärtig gibt es nicht nur Gottes Reich, sondern gleichzeitig auch das Reich von Gottes Gegenspieler, dem Satan. Die beiden Reiche überschneiden sich.
  • Als Jesus auf die Erde kam, war die Herrschaft des Teufels in vollem Gang, und sie wird in Gang bleiben, bis Jesus auf die Erde zurückkehrt.
  • Als Jesus auf die Erde kam, war das der Startschuss für den Aufbau von Gottes Reich, und dieses Reich wächst und wächst, bis es bei Jesu Wiederkunft seine volle Größe erreicht und vom Reich des Gegners nichts mehr übrig bleibt.
Christen sind also so etwas wie Wanderer zwischen zwei Welten. Sie gehören bereits zu Gottes neuer, ewiger Welt, aber sie leben noch in dieser alten, vergänglichen Welt. Sie gehören bereits zu Gottes Reich, aber sie leben noch im Reich des Teufels. Sie sind, wie Jesus einmal sehr prägnant gesagt hat, „in der Welt, aber nicht von der Welt.“ (Johannes 17,11.14-18) Genau diese Spannung ist an den Seligpreisungen abzulesen.